Warten auf das Wetter

Seit dem Wochenende liegen wir hier geschützt vor Morehead und warten mit anderen auf das passende Wetter um das berüchtigte und sagenumwobene Cap Hatteras zu umrunden. Das Cap bildet den östlichsten Punkt der Outer Banks, an dem der nach Süden fließende Labradorstrom auf den nach Norden fließenden Golfstrom trifft. Diese Konstellation im Zusammengang mit einigen Untiefen bringen die idealen Voraussetzungen für hohe chaotische Seen mit sich, die dem Unachtsamen schnell zum Verhängnis werden können. 

Nun sind wir nicht unachtsam. Bereits zweimal haben wir das Cap umrundet, zweimal waren die See und das Glück mit uns. Mir persönlich wäre ja eine ausgedehnte Flaute am liebsten, das wird aber diesmal nicht der Fall sein. Schnell durchrauschende Wettersysteme wechseln sich derzeit ab. Wir müssen auf den Abzug eines kleinen Hochs warten, um mit dem Wind, der dann rechtsherum dreht mit Südwind das Cap umrunden. Und zwar so schnell, dass wir nicht in das folgende Tief geraten, das linksherum dreht und wir den daraus folgenden Nordwind abbekommen. ( Wenn man das aufmalt, ist es ganz einfach😜). 

Der Segel- und Wetterguru der Amerikaner, Chris Parker, sagt, am Samstag sollen wir losfahren. Unsere Recherchen decken sich mit der Aussage. Es sollte klappen. 

Wir sind nicht alleine. Wir werden mit anderen Seglern den Weg außen um das Cap nehmen. Alternativ 5-6 Tage lang in den Kanälen am Steuer zu stehen ist nicht so unsers, obwohl es landschaftlich wunderschön sein soll. Unser Weg führt durch die Fischsuppe der Outer Banks, die auch als „Fisherman’s Paradies“ bekannt sind. Durch die Ströme, die hier mit ihren unterschiedlichen Temperaturen aufeinandertreffen, schwimmt hier so ziemlich alles, was Flossen hat. Angeblich ist Thunfischsaison, die Bilder des täglichen Fanges sprechen eine andere Sprache. Kein Wunder, dass ich ebenfalls nur Mahi Mahis gefangen habe. 😉

So vertreiben wir uns die Tage mit Sigthseeing, Kneipenbummel und Einkäufen. Immer noch ausgehungert von den Bahamas, kann ich dem vielen frischen Obst und Gemüse nicht widerstehen. Der Kühlschrank platzt vor Vitaminbomben. 

Auch die kleinen Orte machen uns Spaß. Von Kanalsystemen durchzogen, reihen sich kleine Kapitänshäuser in maritimen Kolonialstil aneinander, die Fischerei steht überall im Vordergrund. Auch auf Sandstrände muss nicht verzichtet werden, das Wasser ist nicht brackig braun, sondern eher wie in den Abacos grün und etwas undurchsichtig. Da unser Wassermacher brav die normale Menge produziert, muss es auch einigermaßen sauber sein. 

   

Nun denn, morgen geht es auf zur letzten Runde. Wer uns beobachten möchte, kann dies bei Marine Traffic tun. Wir segeln küstennah und  Strecke ist gut mit Sendern abgedeckt. 

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