Unverhofft

„Kannst Du mich am 1. oder 2. in Nassau abholen?“ fragt letzte Woche meine Freundin Mone. 

„Komme“, ist meine Antwort. Gerade noch auf den letzten Drücker hat der Urlaub dann doch bei den Beiden geklappt,  bevor wir uns auf den Weg nach Norden machen. Schon im letzten Winter haben wir darüber gesprochen, dass man als Ottonormalverbraucher nicht auf den Bahamas Urlaub machen kann. Bei 200-300 $ /  Nacht sind die Grenzen schnell erreicht, gegessen hat man dann auch noch nichts. Und an die wirklich schönen Strände gelangt man sowieso nur mit dem eigenen Schiff. 

Mone und Torsten sind bootstauglich, sie kennen das schon. Alles ist eng, mit Wasser und Strom wird gegeizt. Also auf nach Nassau. Wir verabschieden uns von den Muradas mit denen wir eine wunderbar lustige Zeit hatten. Das Gefühl lässt mich aber nicht los, dass es nur eine vorübergehende Auszeit ist…..

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, freue ich mich  auf ein paar Tage Nassau. Wenn man wochenlang im Outback weilt, lockt die  Vorstellung einfach mal in den gut bestückten Supermarkt zu gehen, ein richtiges Restaurant zu besuchen oder gar in einer Boutique eines der zerlöcherten T-Shirt‘s meines Mannes auszutauschen. Manchmal ist auch Kommerz ein Paradies für Segler. 

Wir nutzen am Montag  ein brauchbares Wetterfenster und fahren direkt von Staniel Cay 40 sm mit schönem Ostwind hoch bis nach Highbourne Cay. Gleich am folgenden Morgen geht es rüber nach Nassau über das „Minenfeld“, die „Yellow Bank“, die gespickt ist mit hoch aufragenden Korallenköpfen, die man umfahren muss. Gut können wir uns an das letzte Jahr erinnern. 

Als wir auf die exakt gleiche Route gehen, müssen wir feststellen, dass das ganze Unternehmen nur noch halb so aufregend ist. Entweder hat jemand mit seinem Kiel eine Fahrrinne freigefräst, oder wir sind schlicht erheblich gelassener (dickfälliger?) geworden. Fast entspannt durchqueren wir die Banks und landen am Nachmittag auf dem Ankerfeld vor Nassau. Citynah und direkt im Trubel. Auf geht’s. 

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