Alles dran

Die Crew ist complete. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Am Abend vor dem Tauchgang ist Reiner etwas aufgeregt. Würde er ja nie zugeben, aber er wuselt durch’s Schiff. Das Erwachen dann am Morgen bringt zunächst Ernüchterung. Der Himmel ist komplett bedeckt. Seit wir hier sind, scheint ununterbrochen die Sonne. Bis auf heute, alles ist grau in grau. Hilft nichts, gebucht ist gebucht. 

Pünktlich verlässt er das Schiff und schleppt sein ganzen Gedöns zur Tauchbasis. Ebenso pünktlich fährt das leicht marode Tauchschiff mit dem fröhlich winkenden Reiner an mir vorbei. (Na hoffentlich hat er nachher auch noch Hände zum Winken 😉) 

Gegen Mittag kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und sorgen für gute Unterwasserbeleuchtung. Wäre auch echt ärgerlich gewesen…..

Der Ort des Geschehens ist tatsächlich nur um die Ecke. Auf 10 Metern wirft das Tauchboot Bug- und Heckanker, ein Guide geht voran und bereitet alles vor. Heißt: Um die Gruppe zusammen zu halten, werden in dichtem Abstand Stöcke im Boden verteilt, an denen sich die 

Taucher festhalten können und die im Zweifel auch zur Abwehr benutzt werden können. Eins auf die Mütze hat schon manches Mal geholfen. Die Gruppe muss möglichst geschlossen auf dem Boden hocken, damit die Haie nicht dazwischen gehen. Zwei Guides, sowie einer der Forscher aus dem Labor gehen mit runter. 

Nun wird gewartet. Zunächst lauern die Ammenhaie, die sich in gewohnter Manier dicht über dem Boden aufhalten. Sozusagen zum Eingewöhnen. Die tun nix. Dann kommt der erste Hammerhai. Das wäre wohl der Zeitpunkt für mich gewesen,  nach Hause zu gehen. Die Viecher kommen seeehhhr nahe und werden von einem Guide gefüttert. Der andere sichert nach hinten ab. Gut zu sehen sind bei einigen Tieren die Transponder, die vom Wissenschaftler ausgelesen werden. 

Nach einiger Zeit gesellt sich ein Tigerhai dazu. Die bisher für meine Begriffe schon reichlich großen Ammenhaie, wirken plötzlich auf den Bildern  nur noch wie Spielzeug. Dieser Geselle ist deutlich aufdringlicher, als seine Kollegen. Er hätte gerne die ganze Kiste mit den Fischen, was er dann auch deutlich zu verstehen gibt. 

Die Fotos sind beeindruckend. Einmal muss Reiner den Kopf einziehen, als ein Hai direkt über ihm vorbei schwimmt. Dichter geht es nicht, noch dichter wäre drin. 

5 Stunden später hole ich den frierenden Mann mit seiner Ausrüstung wieder ab. 

„Mann oh Mann, das war ganz schön dicht“, sind dann auch seine ersten Worte. 

( Bilder durch Anklicken vergrößern)

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