Nach fest kommt ab, die Zweite

Eigentlich sollte man doch meinen, dass der Mensch aus Fehlern lernt. Bei uns ist das offensichtlich anders……

Gestern ist endgültig klar: Der Wind dreht nach Ost, wenig Welle, angesagt sind um die 15 kn. Super, es kann losgehen. Heute früh um 7.00 Uhr verrlassen wir Mujeres gemeinsam mit der Atanga in Richtung Süden mit dem Ziel Puerto Morelos. Überschaubare 30 sm entfernt, liegt Morelos auf der Festlandseite und hat ein vorgelagertes Riff. Eigentlich wollen wir ankern, müssen jedoch erfahren, dass das hier inzwischen nicht mehr erlaubt ist. Da es eine neue Marina gibt, müssen wir leider wieder Parkgebühren zahlen. Nicht zu ändern, aber wenigstens gibt es Duschen.
Die Beschreibung von Puerto Morelos klingt nett. Es soll eines der letzten Fischerdörfer an der sogenannten Riviera Maya sein, der Küste mit den weißesten Stränden und dem blauesten Wasser.

Wir starten so früh, weil wir nicht sicher sind, wieviel wir vom Gegenstrom gebremst werden. Fremde Häfen und Ankerplätze fährt man lieber im Hellen an, insbesondere, wenn ein Riff davor liegt. Tatsächlich erwartet uns ein Tag nach dem Motto ” Segeln für Anfänger”. Kaum Welle, kein erwähnenswerter Gegenstrom, um die 15 Knoten Wind. Alle Segel sind vollständig draußen. Gegen Mittag erreichen wir die Ansteuerungstonne und fahren in den Wind, um das Großsegel zu bergen. Es hakt ein bißchen beim Aufrollen, wir ziehen kräftiger, es knallt und das komplette Schothorn reißt ab. 😱
(Für Nichtsegler: Das Schothorn ist das Ende des Segels, welches zum Cockpit zeigt und an dem man es rauszieht, bzw. die Leine, genannt Schot, auf die Winsch gewickelt wird).

Komplett ab

Wie sowas komplett abreißen kann, versteht kein Mensch. Da muss etwas gewaltig morsch gewesen sein.  Jedenfalls flattert das Segel zunächst munter im Wind, lässt sich dann aber trotzdem noch aufrollen. Nun hängt nur noch das lose Ende aus dem Mast.

Glück im Unglück: Wir haben nur wenig Wind und die Marina direkt vor der Nase. Das Schwierigste an der Angelegenheit wird jetzt werden, einen Segelmacher zu finden, denn durch das verstärkte Ende kommt meine Nähmaschine ganz sicher nicht durch Die Internetrecherche hat schon mal nichts ergeben. Ein paar Einheimische, die wir gefragt haben, sind der Meinung, dass es in Cancun einen Segelmacher gibt. Wo er wohnt oder gar heißt, wissen sie nicht. Mexiko ist eben keine Seglernation.

Also lautet die Aufgabe für den kommenden Tag, einen Segelmacher aufzutreiben. Da es hier nicht besonders viele Segler gibt, wird das wohl einen Moment dauern.

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo Beate und Reiner,
    Ihr könnt so froh sein, daß Euch das der Schothornabriss nicht in einer anderen Situation passiert ist. Eigentlich Glückwunsch dazu. Dass aber alle Gurtschlaufen auf einmal durchreißen?
    Sicher könnt Ihr mit viel Takelgarn, Nadeln, Zangen und Reststücken Leine eine Notreparatur zaubern, um bis zum nächsten Segelmacher zu kommen.
    Ich bin gespannt.
    Viele Grüße aus dem langsam sonniger werdenden Braunschweig

    Jens

    • Ja, das ist das einzige, was wir gut können. Den perfekten Moment abpassen…..😉
      Spaß beiseite, wahrscheinlich war das Gurtband durch UV-Strahlung etwas morsch. Anders können wir uns das auch nicht erklären. Von daher ist es tatsächlich gut, dass es zum passenden Zeitpunkt gerissen ist.
      Hilfe scheint in Sicht.
      Lg aus Mexiko

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