Da hilft nur noch Grog

Falls es irgendjemanden gibt, der glaubt, dass bei uns nichts los ist, oder gar Langeweile herrscht, der täuscht sich. Man könnte auch sagen, dass wir auf die vergangenen 24 Stunden hätten verzichten können……

Gestern Vormittag verlassen wir endgültig die südliche Karibik und brechen auf nach Martinique. Der Wind kommt wie vorhergesagt aus südlicher Richtung und pustet uns mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit ( zwischendurch auch mal 8) nach Norden. Super. Die Sonne scheint und endlich ist Segeln mal wieder toll. Die Angel hängt ebenfalls draußen. Die Welle kommt schräg von achtern und gegen Abend, als wir in die Landabdeckung von St. Vincent kommen, nutzen wir die Gelegenheit zum Essen. Alles perfekt, das Rumsteak zart rosa.

Gegen 19.30 Uhr beginnt entferntes Wetterleuchten. Kennen wir schon, das gibt es hier andauernd. Kein Problem. Das Wetterleuchten kommt näher und wird zum Gewitter. Auch noch nicht so wild, man wird wirklich gelassener. Dummerweise legt sich hiermit auch der Wind, bzw. fängt an aus unterschiedlichen Richtungen zu kommen. Das Ganze in schwach. Das hat zur Folge, dass wir wie eine über 6 Banden gespielte Billardkugel von rechts nach links und vorn und hinten fliegen. An Schlaf ist nicht zu denken. Es beginnt zu nerven…..

Der Motor läuft, wir halten uns fest. Der Wind hat sich bei 3 Knoten umlaufend eingependelt. Irgendwann in der Nacht beginnt es dann auch zu regnen. Wir versuchen uns abwechselnd und mit wenig Erfolg hinzulegen und zu schlafen. Das ganze Theater zieht sich durch bis Martinique. Gewitter bis zum Morgen, kein Wind und chaotische Welle.

Gegen 8.30 Uhr kommen wir im Ankerfeld in Le Marin an. Es ist stoppenvoll, die Schiffe liegen kreuz und quer durcheinander. ( Willkommen in der Zivilisation…). Irgendwie versuchen wir im strömenden Regen eine Lücke zu ergattern, die zwar nicht optimal ist, aber fürs erste reichen soll. Wenn sich das Wetter beruhigt hat, wollen wir umankern. Und fallen ins Bett……bis uns der Ankeralarm weckt. Wir liegen ganz ganz ganz schlecht zwischen der La Joya und einem Franzosen, der schon Angst um sein Schiff hat. Zurecht, so geht’s nicht. In Badehose und Regenjacke starten wir den Motor und beschließen bis zur Wetterberuhigung auf der anderen Seite an eine Mooringboje zu gehen. Dann wird in Ruhe neu geankert.

Als erstes fahre ich in einen Sandhaufen. 😳 Gott sei Dank nur Sand, aus dem wir ganz leicht rückwärts wieder rauskommen. Wenn das Steine gewesen wären……😱. Als zweites bricht vorne am Anker die Kettenführung von der Winsch, die verhindern soll, dass sich die Kette beim hochholen um die Winsch wickelt. Reiner flucht laut und sieht aus wie ein Schwein, da er die schlammige Kette mit der Hand hochholen muss. Wir sind nass bis auf die Knochen und es ist wirklich kalt.

Nach 30 Min. dauernder Suche finden wir eine Boje kurz vor der Marina. Fest. Alles ist nass und wir frieren. Da hilft nur noch Grog.

Übrigens, bei der La Joya ist letzte Nacht das Essen hinter und unter dem Herd gelandet und jetzt läuft da die Heizung. Und genau da fahren wir jetzt hin. Prost.

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PS: Wegen völliger Übermüdung, Unterkühlung und schon leicht beschwipst, entschuldige ich mich im Voraus für die Rechtschreibfehler in diesem Text.

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