Fahnenflucht

Nachdem wir auch in der folgenden Nacht eine Lederschildkröte beobachtet haben, fahren wir weiter in die Bucco Bay. Genug Schildkröten, der Regenwald steht noch an und außerdem wollen wir wieder schwimmen in türkisem Wasser. Dafür ist die Turtlebucht nicht so geeignet und der Ort Plymouth gefällt uns auch nicht besonders. Jetzt ist wieder “schön” an der Reihe.

Wir haben die erste etwas aufregende Einfahrt durch ein Riff. Aber mit zwei Menschen, die am Bug stehen Ausschau halten und der gut passenden Navisoftware klappt es ohne Probleme. Allerdings ist mein Puls am Steuer etwas höher als normal. Wir parken auf 4m Wassertiefe und freuen uns über Karibikfeeling. Nicht besonders lange…..

Gegen Abend entwickelt sich ein fürchterlicher Schwell. Wasser bricht über dem Riff und schwappt in die Bucht. Noch sind wir gelassen und gehen erstmal richtig lecker essen zum Italiener. Endlich mal kein Fish oder Chicken! Dann gehen wir ins Bett. Der Schwell hat zugenommen, schon etwas genervt sichere ich Schrankinhalte, damit sich das Geschepper in Grenzen hält. Hilft nicht. Im Laufe der Nacht erreichen wir einen Zustand, der es nicht möglich macht, ohne sich festzuhalten durchs Schiff zu gehen. Alles fliegt, die Atlantiküberquerung war ein Scheiß dagegen. Keiner kann richtig schlafen, da man im im Bett hin und her geschleudert wird. Leider müssen wir um 5.30 Uhr aufstehen, da die Tour durch den Regenwald früh beginnt. Und leider sind wir fix und alle.

Der Regenwald ist dann trotzdem schön und Gott sei Dank nicht so anstrengend wie befürchtet. Wir haben die geführte Tour bei Peter Cox gebucht, der sehr gute Kritiken im Internet hat. Gute Entscheidung. Peter ist der “Vogelflüsterer” vor dem Herrn. Er kann alle Urwaldgeräusche so täuschend echt nachmachen, dass die Tiere antworten. Außerdem hat er ein Fernglas mit Stativ dabei, so dass wir in Ruhe alle möglichen Tiere wie Papageien und Kolibris beobachten können. Alleine hätten wir zwar die beeindruckende Geräuschkulisse wahrgenommen, aber nichts gesehen.

Zurück am Schiff hat sich die Lage nicht gebessert. Jens und Britta von der Lili waren die ganze Zeit an Bord und haben aufgepasst. Die Welle hat im Laufe des Vormittags so zugenommen, dass das Schiff bis zur Fußleiste krängt. Es gibt kein Halten. Die Aussicht auf eine weitere Nacht dieser Art lässt uns den Beschluss fassen uns ein Zimmer an Land zu nehmen. Weichei hin oder her, wir müssen schlafen. Und ob auf meinem Grabstein ” Held” steht oder nicht, ist mir ehrlich gesagt egal.

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Direkt am Jetty ( Anlegesteg für kleine Boote) ist ein Gästehaus, in dem Leonie und ich ein Zimmer mit Blick aufs Schiff beziehen. Wir nehmen noch eine lange Dusche und dann falle ich in einen elfstündigen Schlaf.

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