Karibisches Leben

Es gibt Orte, über die man nicht so richtig weiß, was man schreiben soll. Und es gibt Orte, an denen man nur ganz kurz ist, aber viel zu erzählen hat.

Am zweiten Tag auf Mustique machen wir eine Inselrundfahrt, um auch mal einen Blick hinter die erste Palmenreihe zu werfen. Für 4 Personen 50 $ ein Schnäppchen. Unserer Fahrer heißt im richtigen Leben Elvis Presley, hier nennt man ihn “Pecky”. Die Fahrt geht einmal kreuz und einmal quer über die wunderschön bewaldete und soweit wie möglich naturbelassene Insel mit den Anwesen der oberen Zehntausend. Die Villen mit ihren Nebengebäuden für diverses Personal sind alle geschmackvoll und individuell den riesigen Grundstücken verteilt. Wer möchte, kann diese auch für günstige 80 000€ /Woche mieten (Tommy Hilfinger), der Jet Set reist nur zu Weihnachten und zu Ostern an. Allerdings muss man sich das gut vorher überlegen, die Anwesen sind 4-5 Jahre im Voraus ausgebucht. Wem das zu teuer ist, der nimmt sich ein Hotelzimmer für 1000€/Nacht. Und wir wissen dann jetzt auch, wo William und Kate ihre Flitterwochen verbracht haben. Na wenn das nichts ist…

Kriminalität gibt es hier nicht, erzählt Pecky. Die Insel hat ihre eigene Security und nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Nur Bill Gates hat kein Grundstück, derer es noch zwei gibt auf der Insel, bekommen. Die Sicherheit des Microsofthelden zu gewährleisten, wurde von der Privatgesellschaft abgelehnt. Das Leben kann schon hart sein, wenn man zu viel Geld hat…… ????

Inzwischen sind wir auf Bequia in der Admirality Bucht. Auch hier hat das Wasser die richtige Farbe. Ein erster kurzer Landgang hat uns auch hier begeistert. Hier sind wir zurück im normalen Leben und dienen nicht mehr nur der Dekoration. Die kleine Häuserreihe um die Bucht ist einfach und karibisch bunt. Der Baustil bewegt sich irgendwo zwischen Disneyland, einfacher Holzbauweise und Zuckerbäckerei.
Hier werden wir wohl auch noch zwei bis drei Tage bleiben. Unser Dingimotor braucht Zuwendung, er läuft entweder mit Vollgas oder gar nicht. Was passiert wenn man den Gang einlegt, ist vergleichbar mit dem Anfahren mit quietschenden Reifen. Festhalten lautet die Devise!

Zur Zeit kachelt es mit bis zu 30 Knoten in Böen. Sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man am Anker hängt. Im Moment macht er aber einen guten Job, der Ankeralarm ist eingestellt, sollten wir uns von der Stelle bewegen, gibt’s lautes Gehupe. Nichtsdestotrotz bleibt im Moment erstmal einer an Bord zum Aufpassen.

Verhungern muss man hier an Bord nicht, selbst wenn die Vorräte während der Ankerwache zur Neige gehen sollten. In regelmäßigen Abständen kommt ein Einheimischer mit seinem Boot vorbei und bietet einem alles mögliche an. Vom Lobster bis zum Klopapier ist alles möglich. Unsere Befürchtung, dass man hier belagert und bedrängt wird, erweist sich als unbegründet. Die Jungs sind alle nett und wenn man einmal nein sagt, ziehen sie wieder ab. Beim Lobster zucke ich natürlich schon etwas. Nur, wie soll ich den zubereiten? Die Dinger sind riesig, solche Kochtöpfe habe ich nicht an Bord. Und ob ich es schaffe, das Tier lebend ins kochende Wasser zu schmeißen……..?????

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