Hafenkino

Wie geplant klingelt ( wie unangenehm häufig in letzter Zeit ) früh um 07.00 Uhr der Wecker und wir legen, nachdem der Brötchendienst frisches Baguette geholt hat, pünktlich ab in Richtung Dieppe. Unsere Rechnung geht auf, wir können segeln. Zwar immer noch ein Am-Wind-Kurs, der normalerweise schräg und nass bedeutet, heute aber gemäßigt ist. Alles bleibt trocken und wir können im Cockpit in der Sonnne frühstücken. Überraschenderweise können wir sogar die meiste Zeit schnell segeln und so sind wir statt der kalkulierten 11-12 Stunden bereits nach gut 8 Stunden in Dieppe. Wir fahren in den Hafen und ich bin auf den ersten Blick entzückt. Ein kuscheliger Stadthafen, umzingelt von schönen Häuserfassaden mit ebenfalls unzähligen Bars und Restaurants.

Beim Einfahren in die Box passiert es dann. Reiner kann nicht aufstoppen, das Schiff fährt nur noch vorwärts. Nicht mal der Leerlauf geht. Wir fahren mit Schwung gegen den Steg, durch unseren schrägen Bug macht das Schiff eine deutliche Aufwärtsbewegung. In kürzester Zeit sind viele Hände da zum Leinen annehmen und Schiff abbremsen, die natürlich zunächst erstmal denken, wir sind zu blöd.????  Die ersten Zuschauer stehen auf der Kaimauer……. Wenigstens läßt sich der Motor ausschalten und damit die Situation entschärfen. Nach kurzer Erklärung verstehen dann wenigstens die direkt Anwesenden, dass wir nicht zu dämlich zum Einparken sind, sondern ein echtes Problem haben. Ein Holländer bietet sofort seine Hilfe und Werkzeug an. ( Damit sind die Holländer wieder rehabilitiert). Wir brauchen erstmal ein Bier.????

Nach näherer Inspektion stellen wir fest: Weder dem Schiff, noch dem Steg ist etwas passiert. Gut, dass wir eine Stahlschiene am Bug haben. Reiner kriecht in Richtung Getriebe und stellt schnell fest, dass sich der Hebel an der Schaltwelle vom Getriebe gelöst hat. Die Sache ist schnell erledigt, alles wieder gut, Leerlauf und Rückwärtsgang funktionieren wieder.

Nun haben wir genügend Zeit, uns das Städtchen in Ruhe anzugucken. Es kommen zwei Stürme hintereinander aus Westen, die laut Vorhersage bis zu 50 Knoten haben sollen. Das ganze Spektakel wird locker bis Dienstag dauern. Sehr ärgerlich, aber nicht zu ändern. Ein Risiko werden wir nicht eingehen. Dann wird es aber heißen, eine wirklich längere Strecke durchzufahren, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Wir wollen immer noch im August die Biskaya erledigen, sonst steigt das Risiko, dass wir da wieder ewig auf das passende Wetter warten müssen.

 

3 Kommentare

    • Und das mir… aber besser das Getriebe als der Motor. Da kenne ich ja jedemenge Leute die mir bestimmt geholfen hätten, oder???

      • Na klar! Denn auch in diesem Jahr sind wir in den Ferien für Kunden und Freunde da! 😉 Gute Fahrt weiterhin!!!

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