Willkommen auf der Homepage der Segelyacht Balou

Dies ist die Homepage der Segelyacht Balou. Wir befinden uns seit Anfang Juli 2015 auf Großer Fahrt, um von unserem Heimathafen aus in die Welt und über die Ozeane zu segeln, vielleicht sogar einmal herum. Das passende Schiff haben wir vor einigen Jahren  gekauft und Stück für Stück vorbereitet. Wir möchten mit dieser Seite unsere Familie und Freunde mit auf die Reise nehmen und sie an unseren Abenteuern teilhaben lassen. Außerdem möchten wir von unseren – wohlgemerkt sehr persönlichen – Erfahrungen all denen berichten, die ebenfalls eine solche Reise planen und vorbereiten. Wir haben in den letzten Jahren sehr profitiert von unseren Vorgängern und möchten dies auch an unsere Nachfolger weitergeben.

Es wird Sommer

Bisher war das Klima auf den  Bahamas super. Tagsüber schön warm, nachts um die Anfang 20 Grad. Mit dem Wind, der am Anker von vorne nach hinten durch das Schiff weht, super zum Schlafen. Dabei nicht zu feucht und Mücken gab es so gut wie keine. 

Das scheint sich langsam aber sicher zu ändern. Es wird heißer, der Sommer kommt  Vielleicht auch nur gefühlt, da die Luftfeuchtigkeit zunimmt. Aber auch die Nachttemperaturen steigen. Während bisher die abendliche Raumtemperatur beim Kochen unter die 30 Gradmarke fiel, blickt mich nun mit hämischem Grinsen auch schon mal die 33 an. „Schwitz Du nur vor Deiner Flamme“ scheint das Thermometer  zu sagen, „ und vergiss nicht frisches Brot zu backen…..“ ☠️

Erschwerend kommt hinzu, dass wir diese Woche ein paar Tage in der Marina liegen. Wir brauchen mal etwas mehr Wasser, die Batterien wollen mal wieder einige Tage durchgehend bis zum Anschlag geladen werden und Reiner muss in den Mast, um den Wantenspanner auszuwechseln. Am Anker schwankt das Schiff schon deutlich mehr, als festgezurrt am Steg. 

So schön wie es ist, täglich fließendes Wasser  in unbegrenzter Menge unter einer richtigen Dusche zu genießen, so stickig wird es im Schiff. Der Wind kommt mal von rechts, mal von links, selten direkt von vorne. Durch zunehmend kurze Schauer sind auch die Mücken erwacht. Die perfekte Mischung entsteht: Hitze mit Viechern. 🤮

Am Samstag geht es weiter gen Norden. Genug der Sandhaufen und der eher kargen Vegetation,  die Abacos rufen. Wenigstens für kurze Zeit wollen wir sie noch kennen lernen bevor es weitergeht. Wohin? Es sei nur soviel gesagt, es arbeitet in uns. Und für Planänderungen sind wir ja schon länger bekannt… 

Das Beste kommt zum Schluss

Zwei Wochen Urlaub rasen dahin. Bevor wir uns versehen, befinden wir uns schon auf dem Rückweg nach Nassau. Auf diesem Weg liegt allerdings noch Waderick Wells, ein Gebiet im Naturpark, welches wir uns bis zum Schluss aufbewahrt haben. Was für ein Highlight am Ende. 

Waderick Wells toppt wirklich alles bisher Gesehene. Eine Insel, auf der nur die Parkranger wohnen und den Land and Seapark verwalten. Eine Insel,  auf der man auf sehr rustikalen Trails entlangkraxeln ( Spazierengehen wäre zu hoch gegriffen) kann. Eine Insel, die über viele kleine Strände mit Palmen verfügt, an denen am frühen Morgen die Vögel zwitschern. Menschenleer. Wir sind bei dieser Schönheit fast ehrfürchtig, vier Menschen blicken schweigend auf das Farbenspiel. Keines unserer Fotos kann die Stimmung authentisch wiedergeben.

 

Trotz der mittlerweile herrschenden Hauptsaison, ist auch das Mooringfeld kaum besucht. Wir tasten uns im Superschleichtempo Meter für Meter nach vorne und kommen tatsächlich an eine landnahe Mooring, die wir laut Seekarten auf keinen Fall hätten erreichen können. Am Ende haben wir bei Hochwasser 1,10 m unter dem Kiel, bei Niedrigwasser sind es noch 30 cm. Das reicht. Unter uns befindet sich nur Sand. Am Nachmittag verschwindet das einzige Motorboot neben uns, so dass wir die Kulisse exklusiv für uns haben. 

Was für ein würdiger Urlaubsabschluss, der sicherlich allen in Erinnerung bleiben wird. 

Der letzte Urlaubstag bringt dann nochmal Segeln für Erwachsene mit sich. Mit 20 kn Wind von hinten schießen wir nach Nassau. Gegen Ende der Strecke ist dann auch eine schicke Welle entstanden, die etwas Leben in die Bude bringt. Unser Besuch ist allerdings inzwischen seefest und hat Spaß. Ganz im Gegenteil. Die ersten Schritte von Mone B. aus S. auf dem Steg  mit der anschließenden Dusche, die sich nicht mehr bewegt, bringen Schwindelgefühl mit sich. So werden Segler geboren. 

Wolken im Paradies

Wer an die Bahamas denkt, sieht im Kopf weiße Strände, türkises Wasser, vielleicht Palmen und vor allen Dingen Sonne, Sonne und nochmal Sonne. Dem ist auch die meiste Zeit so. 

Dennoch tauchen in unregelmäßigen Anständen kleine Störenfriede auf, die drehenden Wind, Gewitter und auch mal Regen mit sich bringen. 

Wir bummeln mit unserem Besuch so durch die Buchtenwelt bis zu unserem südlichsten Punkt „Black Point“ Der Ort mit dem unfassbarsten Wasser und den netten Einwohnern. Alles passt. 

Der obligatorische Gang in die einzige Kneipe, in der man leckeren Rumpunsch bekommen und sogar bezahlen kann, findet ebenfalls statt. Was mir diesmal allerdings verschwiegen wird, ist die genaue Zusammensetzung des Rumpunsches. Hinterher ( na Danke…) wird erzählt, dass drei verschiedene Flaschen über die Gläser hin und her bewegt werden und am Ende nur ca. 2 cm Platz für den Saft bleibt. Ein Werk des Teufels. 

   

Der Weg zum Schiff wird weit. Sehr weit. Entlang der Dorfstraße zum Dinghisteg, ca. 200 m, die Leiter am Dinghisteg runter ins Beiboot. Dabei möglichst nicht runterfallen, unten warten die Haie. Am Schiff aus dem Dinghi über die Badeleiter ins Cockpit und auf die Bank. Das Leben ist lustig wie selten….🤪 Lediglich der Verlust einer Tauchflosse ist zu beklagen, verschuldet durch ein unergründliches Rumfummeln meinerseits auf dem Seitendeck. 

Tatsächlich sind alle Anwesenden am kommenden Morgen wieder halbwegs fit. In die Bucht läuft mittlerweile allerdings ein unangenehmer Schwell aus Süd, das Leben wird anstrengend. Kurzentschlossen holen wir den Anker hoch und flüchten zurück nach Staniel Cay, wo wir zwar einem angesagten Westwind ausgeliefert sind, aber wenigstens nach Süden noch geschützt liegen. Wir vergammeln noch „den Tag danach“ und fallen früh ins Bett. 

Über Nacht dreht der Wind dann endgültig auf West und Balou bockt an der Kette. Was der Rumpunsch nicht geschafft hat, wird vom Westwind erledigt. Monika B. aus S. bittet um eine Zaubertablette und fällt für 2 Stunden aus. Danach ist die Welt wieder in Ordnung.  Inzwischen zieht eine schwarze Front auf, Regen setzt ein und am Horizont blitzt es. Schluss mit der paradiesischen Aussicht. 

Dennoch wir der Tag urgemütlich. Es prasselt auf die Plane, die wir über das Cockpit gespannt haben, wir sitzen draußen im Trockenen und sehen uns auf- und wieder abziehende Unwetterfronten an. Spielekarten werden endlich mal wieder benutzt und am Abend läuft das Kino. 

Fazit: Auch Wolken im Paradies können schön sein. 

Die Abenteuer der Monika B. aus S.

Seit Montag ist Monika B. aus S. mit ihrem  Gatten Torsten bei uns an Bord. Das glückliche Paar hat uns schon in der Karibik besucht und kennt die Gepflogenheiten an Bord. Auch die Einteilung der Schlafplätze bedarf keiner Diskussion. Monika B. bezieht das Cockpit, der Gatte darf sich alleine in der großen  Heckkabine wohlfühlen. 

Bereits das Hafenwasser in der Palm Cay Marina in Nassau verursacht ein erstes Entzücken bei Monika B. ( Warum auch immer, ich finde, es handelt sich um trübe Hafenbrühe….😏). 

Gleich am ersten Morgen verlassen wir die Marina, da wir mal wieder Hochwasser benötigen, um weiter als bis zur Hafenausfahrt zu kommen. Es geht über die Yellow Bank, das inzwischen bekannte Minenfeld, bis nach Highbourne Cay. Und damit zur ersten Badestation. Aus den Gesichtern spricht das blanke Staunen. Tatsächlich ist das Wasser an diesem Tag auch hier schon sehr klar und türkis, es herrscht kaum Wind. 

Wer Monika B. kennt, weiß, dass sie es nicht schätzt, wenn unter ihr irgendwelche Tiere vorbei schwimmen. Es hat mich in der Karibik mehrere Tage gekostet, bis sie die Schnorchelbrille aufsetzen konnte. Hier schwimmt nicht viel, aber wenn, dann ist es groß! Und in der Regel handelt es sich um einen Hai. 

Tag 2 wird als Ankommer-Badetag genutzt. Gleich nach dem Frühstück findet ein ausgiebiges Schwimmen statt. Bis sich ein großer dunkler Fleck nähert. Huch, ein Hai. Ich mache Monika B. auf diesen Fleck aufmerksam. In Bruchteilen von Sekunden ist die gesamte Bucht über die Anwesenheit des Hais informiert. Torsten B. wird zum zukünftigen Ex-Ehemann degradiert, weil er nicht sofort eine lebensrettende Sofortmaßnahme eingeleitet hat, sondern auf dem Schiff sitzt und lacht. 

Wer nun glaubt, dass der Badespaß beendet ist, täuscht sich. Keine 2 Minuten später fordert Monika B. aus S. Taucherbrille und Schnorchel, um sich das Tier genauer anzugucken. Es ist ja nur ein Ammenhai, die tun nix. 

Heute, drei Buchten später, guckt Monika B. nur noch flüchtig ins Wasser, bevor sie die Badeleiter herabsteigt, um nicht jemandem auf dem Kopf zu springen. Einige Übungseinheiten zum Thema:“ Wie erklimme ich das Dinghi aus dem tiefen Wasser?“ sind absolviert und der erste Ausflug an ein kleines Riff hat stattgefunden. Das ging ja flott dieses Mal! 👍

Maroder Charme in Nassau

Nassau. Eine Stadt über die wir schon einiges gehört haben. Schmutzig, verfallen und  gefährlich sagen die einen. Karibisch, touristisch und lebhaft die anderen. 

Nassau ist die Hauptstadt des Inselstaates Bahamas und liegt mit seinen ca. 250 000 Einwohnern auf der Insel New Providence. In und über Nassau schwebt der Geist der Piraten, die hier in der verwinkelten Inselwelt einen ihrer bekanntesten Standorte hatten. Blackbeard, Charles Vane und Jack Rackham sind bis heute in aller Munde. 

Wir sind seit 3 Tagen hier am Anker vor den Hafenanlagen. Zugegeben, ist gab schon schönere Ankerplätze, aber darum geht es jetzt auch nicht. Wir müssen einkaufen, Wäsche waschen und….ich will Nassau erleben. 

Je länger wir hier sind, desto besser gefällt es mir. Es hat von allen Eigenschaften etwas. Es ist marode, einige Häuser stehen kurz vor dem Zerfall. In einigen Hafenbecken ist es schmutzig, der weiße Streifen über der Wasserlinie unseres Schiffes wird an Tag 2 schwarz. Gefährlich soll es auch sein, nach Einbruch der Dunkelheit soll man keinesfalls – und schon gar nicht alleine –  spazieren gehen. 

Nassau ist auch touristisch. Fünf Kreuzfahrer finden im großen Terminal im westlichen Hafenteil Platz. Besockte weiße Beine gehen einmal die moderne Geschäftsstraße auf und ab, um anschließend wahrscheinlich zu erzählen, sie hätten Nassau gesehen. Alles nichts was schön klingt. Wenn man diese Ecke aber meidet,  wird ( zumindest mir) Nassau sympathisch. Gerade der marode Charme der Kolonialzeit spricht für gelebte Geschichte. Um die Brücke, die zur Nachbarinsel Paradise Island führt, sind seit ewigen Zeiten Fischer ansässig, die auch heute noch mit abenteuerlichen Booten ihren Fang in die Stadt bringen. Im Hafenbecken liegen noch reichlich Hurricanwracks des vorletzten Jahres. 

Da ich bis heute keinen Lobster auf dem Teller hatte, ( Reiner und Alfons haben sich redlich und vergeblich bemüht), fällt mein Entschluss, bei den Fischern  einen zu kaufen. EINEN! 

Wir fahren direkt mit dem Dinghi zum Fischerkai und fragen nach frischem Lobster. Kein Problem. Nur, EINEN bekomme ich nicht. Die Viecher werden sofort in Säcke gepackt und gefroren. Ein Sack kostet 80 $. In dem Sack befinden sich ca sieben Lobster. Zwei kleinere, fünf große. 

Na gut, umgerechnet nicht viel, der Tiefkühler läuft zufällig auch gerade, her mit dem Sack. Im bin im Lobsterhimmel. Und vielleicht, aber nur vielleicht, bekommen die Gäste auch noch was ab. 

Auf der anderen Seite der Fischerhütten unter der Brücke sind nahtlos Fressbuden aneinandergereiht, die von den Einheimischen um die Mittagszeit hochfrequentiert sind. Wo Einheimische essen, ist das Essen gut. Und richtig, wir verzehren den köstlichsten Conchsalat unserer bisherigen Tour. Kulturell ausgehungert von den vielen Sandhaufen der letzten Wochen,  merke ich schon, dass die Zeit wieder nicht reicht, zwischen Supermarkt und Waschmaschine alles anzugucken. 

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