Willkommen auf der Homepage der Segelyacht Balou

Dies ist die Homepage der Segelyacht Balou. Wir befinden uns seit Anfang Juli 2015 auf Großer Fahrt, um von unserem Heimathafen aus in die Welt und über die Ozeane zu segeln, vielleicht sogar einmal herum. Das passende Schiff haben wir vor einigen Jahren  gekauft und Stück für Stück vorbereitet. Wir möchten mit dieser Seite unsere Familie und Freunde mit auf die Reise nehmen und sie an unseren Abenteuern teilhaben lassen. Außerdem möchten wir von unseren – wohlgemerkt sehr persönlichen – Erfahrungen all denen berichten, die ebenfalls eine solche Reise planen und vorbereiten. Wir haben in den letzten Jahren sehr profitiert von unseren Vorgängern und möchten dies auch an unsere Nachfolger weitergeben.

Kreuzfahrtfreie Zone

Natur hin, Stille her, es gibt weder Internet, noch frische Nahrung und der Müll fängt auch an zu stinken. 

Während die Murada mal fix das „Kind“ aus Nassau holt, fahren wir in meine Wahlheimat vom letzten Jahr, nach Staniel Cay. 

Es ist ein bißchen, wie nach Hause kommen. Drei Strände vor der Nase, ein Ort mit zwei kleinen Läden, eine Kneipe und ein Telefonmast zur Rechten. Was will man mehr. Ich kenne jede Mülltonne und weiß, wo die Waschmaschine steht. 

Es hat sich definitiv nichts verändert, seit dem letzten Jahr. Manchmal ist das auch schön. 

Es pustet hier ziemlich seit zwei Tagen, am Schiff bewegt sich nichts. Wir haben den perfekten Schutz bei Nord und Ostwinden. Der Blick von meiner Bank geht nach Westen.

Gegen Abend an Tag 2 taucht ein beleuchtetes Hochhaus auf. Was ist das? 😳

Einer der großen Vorteile der Bahamas sind – mit Ausnahme von Nassau – die fehlenden Kreuzfahrtschiffe, die inzwischen gefühlt auch den letzten Winkel des Erdballs befallen. ( Man hat sogar eines davon bei Pitcairn im Südpazifik gesehen. Also wirklich…..) Es ist zu flach. Einzig dicke Motoryachten findet man hier, aber nichts, was die Strände zustellt oder Menschenmassen durch die Straßen schleust. 

Was also liegt da plötzlich? Ich, der Meister des Stalkens, schalte das AIS ein, finde den Namen und frage Herrn Google. 

Es handelt sich um die Bravo Eugenia, eine echte Luxusyacht von 109 m Länge, die nicht wie die meisten anderen für ~250 000$ / Woche gechartert werden kann. Sie ist in reinem Privatbesitz. Mit ihren 4 m Tiefgang kann sie eben gerade so im äußeren Bereich vor den Inseln liegen. Da der Promieigner, ein Ölmilliardär aus Texas, dem unter anderem auch die „Dallas Cowboys“ gehören,  definitiv nichts mit dem Fußvolk zu tun haben möchte, bleibt er sowieso schön weit weg. 

Somit bleibt die Ruhe an den Stränden gewahrt. Soll er doch alleine in seinem Kinosaal sitzen, in seinem Whirlpool baden oder mit seinem Hubschrauber spielen. Eine Palme sieht er nicht. 

Wir werden uns jetzt mal intensiver mit der Lobsterfront auseinandersetzen. Denn die gibt es hier zu Hauf. 

Exumas Land- and Seapark

Shroud Cay ist unser erster Anlaufpunkt im Land and Seapark, der ein Gebiet von 176 qm umfasst. 

Es darf hier  weder geangelt noch gesammelt werden, es gibt keine Möglichkeit, Müll zu entsorgen, selbst organischen Müll soll man nicht ins Wasser werfen. Die Inseln sind alle unbewohnt, bis auf eine, auf der die Parkranger zu finden sind. Es gibt mehrere Inseln, an denen Moorings ausgelegt sind. Sowohl dort, als auch für die eingeschränkten Ankerplätze muss man zahlen. 15-20$ pro Nacht finden wir für echten Naturschutz angemessen. 

Der Weg dorthin führt wie überall hier über viel flaches Wasser. Wir werden von der noch etwas schüchternen Murada als Bombenräumkommando ( O-Ton Alfons) vorweg geschickt und landen in einer türkis blendenden Bucht. Ohne Sonnenbrille wird man blind.

Shroud Cay besteht aus Wasser, Strand und Mangroven. Sonst nichts. Das Wasser ( ich weiß, ich wiederhole mich ) ist sensationell klar. Jedes Sandkorn kann man einzeln erkennen. Die Farben sind unbeschreiblich. Wir können es kaum abwarten mit dem Dinghi in die Mangroven zu fahren,

unser erster Versuch scheitert allerdings an einer Sandbank. Hier kommt selbst das Dinghi bei Niedrigwasser nicht mehr durch. Leider hilft da nur frühes Aufstehen am nächsten Morgen und das Hochwasser nutzen. (Das hatten wir auch noch nicht, dass man für Dinghifahrten Tiden berechnen muss. 🙄) 

Die Fahrt ist wunderschön. Bisher kennen wir Mangrovengebiete nur mit trübem Wasser. Hier ist alles anders. Je nach Sonneneinstrahlung oder Beschattung von Wolken wechseln die Farben von zartestem Hellgrün bis zu  kräftigem Türkis. An der Atlanikseite wirkt das Farbspiel fast dramatisch, als auch noch eine dunkle Wand aufzieht. 

Der Naturschutz scheint zu funktioneren. Es liegt definitiv nirgends Müll. Nicht der kleinste Plastikschnipsel ist zu finden. Selbst der Strand an der Atlantikseite ist blitzsauber. Angespülte  Netze und Bojen sind an einem Busch dekorativ aufgehängt. Vielleicht aber auch als Mahnmal.

Bunte Fische sind hier leider nicht. Ein vereinsamter Rochen lungert in den Mangroven herum, das ist aber auch schon alles an Leben. Wer die Stille auch für das Auge sucht, ist hier genau richtig. 

Highbourne Cay

Dieses Mal lassen wir uns mehr Zeit für die Exumas, die schmale Inselkette, die mitten in den Bahamas von Nord nach Süd verläuft. 

Wie im letzten Jahr, heißt unsere erste Station Highbourne  Cay. Eigentlich etwas aus der Not geboren, so spannend fanden es nicht. Es ist eine Schlechtwetterfront angesagt mit Wind aus Norden. Da es hier in der Ecke nur wenige aus Nord geschützte Ankerplätze gibt und schon mal gar nicht für unseren Tiefgang, entscheiden wir uns, wie in den Tobago Keys direkt vor einem Riff zu parken. Da bekommen wir zwar den Wind ab, die Welle wird aber durch das Riff gebremst. 

Wo ein Riff ist, lohnt es manchmal zu  schnorcheln. Das Wasser ist glasklar und lädt zum Schwimmen ein. Reiner macht das Dinghi klar. „Gib mal schnell die Taucherbrille, da schwimmt was“, heißt es plötzlich. „Oh, zwei Haie!“ 😳 Doch nicht Schnorcheln? Es sind nur Ammenhaie und wir sind zu viert. Die Chance besteht 1:3 , dass es mich trifft. Außerdem wird der Mann mich retten. 

Am Riff kommt die Überraschung. Wir finden tatsächlich einige wunderschöne Korallenformationen und für hiesige Verhältnisse viele bunte Fische. Die Sicht ist super. Ebenso super ist mein Weihnachtsgeschenk: Ein langer Tauchanzug. Seit 3 Jahren hadere ich mit den Wassertemperaturen. Die werden nämlich maßlos überschätzt. Wenn mein Mann behauptet, es sei herrlich erfrischend, weiß ich, dass es schweinekalt ist. Der Schnorchelspaß war bisher daher zeitlich etwas begrenzt, ich hatte nur einen kurzen Anzug. 

Jetzt, mit der neuen „Unterwasserwinterklamotte“,  ist mir zum ersten Mal richtig warm. Das hätte mir auch schon früher einfallen können…🙄

Die Front kommt dann auch von jetzt auf gleich mitten in der Nacht. Aus dem Nichts kachelt es mit Winddreher los. Es wackelt ein bißchen, bei Hochwasser mehr, bei Niedrigwasser weniger. 

Morgen fahren wir ins Naturschutzgebiet, da gibt es kein Internet. Wird also zwei, drei Tage dauern bis zum nächsten Eintrag. 

Segelträume

Wenn wir den Kitschkalender des Jahres 2019 erstellen sollten, hätten wir den Job. Ich traue mich schon gar nicht mehr die Bilder zu posten. 

Die Tage plätschern so dahin. Inzwischen ist die Murada eingetroffen mit frischem Thunfisch von unterwegs und wir feiern erstmal ausgiebig unser Wiedersehen. Zuletzt haben wir uns in der Karibik gesehen. Das war im Jahr…….🤔

Gemeinsam genießen wir noch das niedliche Governors Habour, machen Spaziergänge an den pinken Strand und schießen  ekelhafte Fotos. Irgendwie habe ich immer ein kleines bißchen  schlechtes Gewissen dabei. 

 Bevor der Anker endgültig festwächst, machen wir uns langsam auf ihn Richtung Süden. Schließlich fährt da ja noch ein Ersatzteil von uns rum. Wir fahren in überschaubaren Etappen und haben die entspanntesten Segeltage ever. Wenn Segeln doch bloß immer so wäre…..

Um die 3-4 Windstärken bescheren uns einen schnellen Amwindkurs ohne nennenswerte Welle. Das Schiff läuft leicht schräg und stabil wie auf Schienen. Wieder einmal gratulieren wir uns zum neuen Großsegel. 

Auf dem Weg in die Exumas geht sowohl uns, als auch der Murada  ein Mahi Mahi an die Angel. Somit bildet noch nicht mal der Speiseplan für die nächsten Tage Anlass zur Diskussion. 

Sonst passiert …… nichts. 

Da ist der Wurm drin

Urlaubsfeeling in den Bahamas. Kein Weitergehetze. Wir bleiben solange, wie wir Lust haben an einem Ort, wenn er uns gefällt. Man wird nach einer Woche von den Einheimischen begrüßt, als wenn man dazu gehört. Sie freuen sich, dass wir ihren Ort mögen. 

Einziges Manko in den Bahamas sind die Preise für Lebensmittel. Da zahlt man auch schon mal gerne 1,50 $ für eine Tomate ( in Zahlen 1). Der Eisbergsalat muss für 3 Mahlzeiten reichen, den Kauf eines Kohlkopfes für 8 $ verweigere ich. Da geht’s ums Prinzip. Irgendwo ist Schluss. 

Auch die Preise in den Restaurants sind gesalzen. Wenn auch hier von guter Qualität. Kann man maaaal machen. Nichtdestotrotz wollen wir ab und an was Leckeres essen. Ganz so verzweifelt, dass wir bei Nudeln mit Ketchup gelandet sind, sind wir nicht. So entscheiden wir uns gestern mal auf den Fischmarkt ( ein Steg im Wasser mit einem Tisch zum Fisch ausnehmen, an dem manchmal nachmittags jemand seinen Fang verkauft..) zu gehen. 

Es gibt tatsächlich Grouperfilet oder Lobster zur Auswahl. Die Murada ist im Anmarsch und Reiner kann mit Alfons selber Lobster fangen, also entscheiden wir uns für den Grouper. Immerhin noch für 15$ für zwei nicht allzu große Filets. Na hilft ja nichts, Preise wie in Deutschland….. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen und ich sehe den Fisch  zart goldgelb in der Pfanne brutzeln. 

Ich entferne noch einige Gräten, Reiner guckt mir zu. Plötzlich fragt er:“ Was ist denn das da?“ 😳

Mir wird schlagartig speiübel. Ich war so fixiert auf meine Gräten, dass ich den dicken Wurm, der sich durch das zarte Fleisch geschlängelt hat und mit dem Kopf rausguckt glatt übersehen habe. 🤮🤮🤮

Das Teil ist schneller über Bord, als ich ein Foto machen kann. 15 $ hin oder her, mir ist schlecht. Reiner auch. 

Gut, dass noch Eier im Haus sind.