Europas Atlantikküste

Frankreich

Das europäische Festland bis Frankreich vernachlässige ich hier etwas. Nicht, weil es dort nichts Erwähnenswertes zum Thema Ernährung gibt, sondern weil die dort erhältlichen Lebensmittel den meisten bekannt sein werden, Supermärkte gibt es zu Hauf.

Frankreich selber, es ist kein Geheimnis, ist in meinen Augen das kulinarische Wunderland Nr.1. Dennoch hatten wir ursprünglich vor, an der englischen Küste entlang zu segeln, das Wetter hat etwas anderes beschlossen. Da England geplant war, habe ich in Deutschland ca. 12 eingeschweißte Stück Käse gekauft und in der Bilge transportiert, um England zu überleben. Im Käsewunderland Frankreich haben wir dann zähneknirschend und tapfer den zwar leckeren, aber eben bekannten Käse gegessen…….(Größter Bunkerfehler!😩)

Erwähnenswert ist für mich trotzdem die Vielfalt und Qualität jeglichen Meeresgetieres, welches – wenn man es von den Fischern oder auf dem Markt kauft – auch noch deutlich günstiger ist, als in Deutschland. Besonders für Muschelliebhaber ist Frankreich ein El Dorado. Wir haben dort die köstlichsten Muscheln unserer bisherigen Reise gegessen.

 

Spanien

Spanien ist für uns das Land der Überraschungen in kulinarischer Hinsicht. Nicht nur, dass die Lebensmittelpreise insgesamt deutlicher niedriger sind als gewohnt. Auch hier – und insbesondere in Galizien – waren die Fische und Meeresfrüchte sensationell günstig und lecker. Da die Spanier fast alles zu Tapas verarbeiten, kommt man auch in den Genuss während einer Mahlzeit quer durch den Atlantik zu speisen. Häufig lohnt sich das Selberkochen kaum. Wenn man die richtige Tapasbar gefunden hat, bleibt die Rechnung sehr überschaubar. So haben wir an einem Abend in Baiona mit 5 Personen einschließlich 4 Flaschen gut trinkbaren Hausweines ganze 70 Euro bezahlt.

Besonderes Augenmerk sollte man hier auf den allgegenwärtigen Pulpo haben. Zunächst vorsichtig in der Bar inspiziert, im zweiten Anlauf gegessen und anschließend selber zubereitet, entpuppte sich der Pulpo alla Gallega zum absoluten Highlight. Ich gebe zu, einige Zeit gebraucht zu haben, bevor ich mir die Zubereitung des Tintenfisches zugetraut habe. (Nachzulesen in unserem Blog unter: Das Puloexperiment.) Bis heute trauere ich dem optisch gewöhnungsbedürftigen Tier nach, aber nur Mut, Pulpo zu verarbeiten ist kein Hexenwerk.

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Portugal

Portugal hat für meine Begriffe nichts Nennenswertes in Bezug auf Ernährung und Lebensmittel vorzuweisen, wobei auch hier der Fairness halber gesagt werden muss, dass Einkaufen generell günstig ist, wenn man Supermärkte in der zweiten Reihe aufsucht. Das Fleisch war generell eher von mäßiger Qualität, die Fischauswahl begrenzt. Ganz Portugal isst Bacalhau, was nichts weiter bedeutet, als Kabeljau. Ein für uns ausgesprochen langweiliger Fisch, der an der gesamten Nordseeküste ebenfalls zu bekommen ist, in der Ostsee heißt er Dorsch. Auch die Gemüsevielfalt hält sich hier stark in Grenzen, so dass Portugal und wir keine engen kulinarischen Beziehungen entwickelt haben.

Einzig die „Pasteis de Belem“ sollten Erwähnung finden. Als Touristenhighlight in jedem handelsüblichen Reiseführer beschreiben, waren wir sehr misstrauisch, als wir auf einem Spaziergang durch Belem durch Zufall vor der Bäckerei standen. Das Ergebnis der Verkostung hat uns allerdings fast aus den Socken gehauen. Ich habe in meinem Leben selten ein so köstliches und frisches Gebäck gegessen, wie dort. Über Kalorien muss man sich dabei jedoch nicht unterhalten……..

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