Begegnungen der dritten Art

Cat Island ist Geschichte. Eine schöne Insel, wie wir finden. Der Schlenker hat sich gelohnt.

Lediglich unsere letzte Station vor Arthurs Town lässt uns etwas sparsam gucken. Im Internet klingt das alles sehr nett. Von viel Musik ist die Rede, nette Kneipen soll es auch geben.

Der Ankerplatz ist noch ganz ok. Schöner Sand, in sagenhaften 3 m Wassertiefe gräbt sich der Anker ein. Mit dem Dinghi an Land zu kommen, wird schon schwieriger, überall sind Felsen und Steine. Wir finden eine kleine Lücke mit Sand und tragen das Gummiboot hoch an Land.

Der Spaziergang durch den Ort ist etwas ernüchternd. Eigentlich ganz schön angelegt, sind viele Häuser vernagelt und drohen dem Verfall. Menschen sehen wir kaum. Es hat etwas von einer Geisterstadt. Eine einzige leere Kneipe finden wir, in der die Bedienung schon fast überfordert zu sein scheint, uns eine kalte Cola zu verkaufen. Mein Wunsch nach Eiswürfeln bringt sie an ihre Grenze. Da muss man nicht bleiben. Nach einer ruhigen Nacht fahren wir weiter nach Little San Salvador.

Little San Salvador ist eine kleine Insel, fast nur ein Felsenhaufen auf dem Weg nach Eleuthera, unserem nächsten Ziel. Die Insel gehört der Kreuzfahrerlinie Carnival. Da die großen Schiffe mit ihrem Tiefgang außer Nassau kaum Ziele anfahren können, haben sie sich eine eigene Insel im tiefen Wasser gekauft. Wir Segler können dort auch ankern.

Was für eine Theatervorstellung.

Zugegeben, die Vorzeigebucht der Insel ist wirklich wunderschön. Perfektes Wasser, feinster weißer Sandstrand. Als wir am späten Mittag dort eintreffen wimmelt der Strand von Menschen. Liegen stehen dicht an dicht neben jeder Menge Wasserspielzeug. Wer möchte, kann sich für die paar Stunden am Strand ein offenes Strandhäuschen mieten. Laute Musik schallt durch die Bucht, hunderte putzig rot-weiß verbrannte Amerikaner mit Selfistick in der Hand bevölkern die Wasserkante. Ich wähne irgendwo ein Lunchbuffet an dem wir uns unbemerkt lecker satt essen können. Bei 3000 Passagieren fallen wir nicht auf.😜

Leider kommt alsbald die Durchsage, dass das letzte Tenderboot um 15.00 Uhr wieder zurück zum Schiff fährt. Als wir den Strand betreten, wird die Kulisse schon wieder abgebaut. Irgendwie fallen wir dann doch auf, vielleicht weil wir mit distanziertem Blick auf das Spektakel blicken, vielleicht auch, weil wir durchgehend braun sind. Man weist uns ( immerhin freundlich ) darauf hin, dass wir die Insel nicht betreten dürfen, bis der Kreuzfahrer um 17.00 Uhr ablegt. Nun gut, dann später.

Als wir um 18.00 Uhr den zweiten Versuch starten, sind alle Liegen weg. Der Strand ist leer. Wir finden einen niedlichen einsamen Pavillon für unseren Sundowner. Und nun ist es schön. Stille mit Vogelgezwitscher um uns herum. Von den Kreuzfahrern hat garantiert niemand bemerkt, dass es hier Vögel gibt.

Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr kommt das nächste Schiff. Dann geht der Vorhang wieder auf und das nächste Theaterstück kann beginnen.

 

 

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