Fifty Shades of Blue

„And you are single-hand sailor“? werde ich seit neuestem gefragt. Gott bewahre.
Es fällt wohl langsam auf, dass wir zwar meistens zu dritt auftreten, aber zwei Schiffe haben. Und dass ich alleine auf dem Boot rumhampele. Frau sitzt alleine im Dinghi oder fummelt vorne am
Bug an der Ankerkette rum.

Es ist durchaus mal schön, alleine zu sein. Es ist ziemlich aufgeräumt, ich brauche nur halb so viel Wasser und den Generator brauche ich gar nicht. Bis zum Mittag habe ich beide Batterien voll geladen und komme damit locker bis zum nächsten Morgen aus, auch wenn der Himmel mal bedeckter ist und die Solarzellen nicht den ganzen Tag laden. ( Womit der Stromdieb eindeutig identifiziert ist🧐). Außerdem habe ich ziemlich viele Schläuche und Kabel kennengelernt. Und siehe da, sie gehorchen mir.

Aber immer alleine? Nein danke. Insbesondere an Tagen, an denen man wetterbedingt nicht vom Schiff kommt, fehlt einer. Da wäre dann mal Sprechen am Abend schön. Auch auf die Kocherei habe ich auf die Dauer nicht so richtig Lust für mich alleine. Ein kaltes Würstchen tut’s auch.

Um so willkommener ist da ein riesiger 😅 Ausflug, ein Spaziergang auf die Ostseite der Insel. Es erstaunt, wie grün und dicht bewachsen das Inselinnere plötzlich ist. Im Örtchen überwiegen noch leuchtend blühende Bougainvilleas und Palmen, die weiterführenden Sandwege sind umsäumt von dichten Getrüpp.

Es wächst wie wild aus einem Boden, der eigentlich nur aus Sand und Steinen besteht. Die Pfade werden immer kleiner und dichter. Zwischendurch bedauern wir, dass wir keine Machete dabei haben, um den Weg frei zu machen.

Dann plötzlich öffnet sich das Gebüsch und wir stehen auf der anderen Seite. Ein atemberaubender Anblick, der einen für einen Moment innehalten lässt. Es ist rauh, die Brandung rollt mit lautem Getöse auf den Strand, der von Felsen durchsetzt ist. Und auch auf dieser Seite sehen wir Blau in allen Varianten. Das Farbenspiel des Wassers ist tatsächlich einzigartig auf den Bahamas.

Ich mache gefühlte hundert Fotos, die eigentlich gar keine Motive haben. Bis eben auf diese Blautöne. Wie langweilig. Aber wunderschön.

 

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