Karibische Freiheiten

Dass Fahrpläne im karibischen Raum Schall und Rauch sind, wissen wir. Dass das auch für Flugzeuge gilt, kennen wir allenfalls durch Verspätungen. Dass man aber auch plötzlich eine Stunde früher fliegt, kennen wir nicht.

Es fegt hier seit 3 Tagen. Kein Problem, da kann der Anker gleich getestet werden, bis Reiner fliegt. Er hält bombenfest. Heute früh legt der Wind noch etwas zu, Das ist kein Problem für das Schiff. Wohl aber für das Dinghi, mit dem wir ca. 1 sm um die Ecke in den Ort fahren müssen, in dem auch der Flughafen liegt.

Reiner pumpt noch mal Luft auf, das Gepäck steckt im Müllsack. Da wir Wind und Welle genau von vorne haben, wird es nass werden. Sehr nass. Meine Unterhose ist nach den ersten 500 m erreicht. Aber dann kommt die Ecke und damit die Welle in ihrer epischen Breite. Es klatscht und hüpft über eine Welle nach der anderen. Dann geht der Motor aus. 😳. Handfunke? Hach, vergessen. Dem Himmel sei Dank, dass die Worlddancercrew mit ihrem Dinghi vorwegfährt und sich nach uns umdreht. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Florida landen. Nach mehrmaligen Versuchen, springt der Motor wieder an und wir bocken an den Dinghistrand.

Reiner ist mittlerweile etwas nervös, die Fahrt hat deutlich länger gedauert als geplant. Aber er muss eine Stunde vor Abflug am Flughafen sein. Nach noch leichter Wegverwirrung schaffen wir es pünktlich. Denken wir.

Die einzige Angestellte im gartenhausähnlichen Flughafengebäude teilt Reiner mit, dass er schon viel früher hätte das sein sollen. Heute wird früher geflogen. Überhaupt wird morgens immer geguckt, wie viele Menschen fliegen wollen, wie das so Wetter ist und welche Route so anliegt. Heute ist das dann auch der letzte. Der für heute Nachmittag fällt flach. Aber nach kurzem Wortwechsel, darf er noch mit. Der kleine Flieger landet gerade. Der Käpt’n lädt selber schnell die drei Reisetaschen der Ankömmlinge aus, holt sich einen Kaffee und steigt wieder. Reiner springt flugs aus der klatschnassen Badehose in die Jeans und steigt ca. 10 min. nach Erreichen des Flughafens in die kleine Propellermaschine. Und zack weg. Das nenne ich mal zügiges boarden.

Aber ein ganz knappes Ding. 😅

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