Zurück im Alltag

Wir sind seit gestern Nacht zurück in Deltaville. Aber bevor ich von den ersten frustrierenden Erlebnissen berichte, nochmal ein paar abschließende Worte über Island.

Man hat es wahrscheinlich schön gehört, wir waren begeistert. Island ist wunderschön. Ganz sicher nicht im klassischen Sinne mit blühenden Blumen und allem Schnickschnack. Island ist wunderschön wild, wunderschön rau und irgendwie wunderschön anders. Nichts Vergleichbares haben wir bisher gesehen. Mein kleines Farmerherz schlägt höher beim Anblick der fast unendlich großen Weideflächen mit ihren verstreuten Höfen. Auf jeder zweiten stehen Islandpferde. Und das sind nicht nur dicke mit langen Haaren. Einige sehen richtig schick aus und es reizt mich fürchterlich, einen richtigen langen Track per Pferd zu erleben. Beim nächsten Mal. Wenn ich dann meine Reithose nicht wieder vorher auspacke……..😬 und mehr Zeit habe.

Einen Irrglauben möchte ich noch ausräumen. Auf Island friert man immer, ist Blödsinn. Auf Island schwitzt man. Mit der Heizung wird nicht gespart. Als wir in unser Ferienhaus kommen, ist die Bude total überheizt. Die Heizungen laufen durch, kostet ja nichts. Es kommt aus der Erde. Selbst im Supermarkt ist es deutlich wärmer, als in den klimatisierten Eismärkten in den USA. Auch im Handbuch für das Ferienhaus steht geschrieben, dass bei Verlassen des Hauses alle Heizungen auf 2,5 gedreht sein sollen. Als Deutscher, der mit Grauen auf die kommende Nebenkostenabrechnung wartet, zuckt man zusammen. Wir konnten noch nicht mal unseren Kamin anzünden, wir wären erstickt. Überall wo man reinkommt ist es warm. Sehr warm. Der Außenpool läuft mollig warm mit 32 Grad rund ums Jahr. Stellt man die Heizung an, hat man das Gefühl gekocht zu werden.

Draußen war es jetzt im Oktober moderat kalt mit ca. 8 Grad. Bei Wind braucht man die Mütze, ansonsten waren wir eher zu dick angezogen. Also alles halb so wild. 

Dafür trifft uns der Schlag, als gestern aus dem Flieger in Washington steigen. Es ist 20.00 Uhr Ortszeit und wir haben 30 Grad. Die Luft ist dick und schwül. Ich möchte gleich wieder umdrehen…..Angekommen auf dem Schiff wird es nicht besser. Es ist total stickig und heiß innen, die Luft steht. Wer hat denn bitte behauptet, dass es hier oben im Herbst kalt ist? (Und wir haben uns Gedanken gemacht, ob unsere Heizung wohl noch noch funktioniert. 🙄) Hunderte von Mücken fallen über mich her. Nach 5 Minuten bin ich zerstochen, die Mistviecher steuern sogar das Innenohr an. Es herrscht Chaos und der Tischler hat schon auf den ersten Blick schlampig gearbeitet. Man soll auch niemals Handwerker alleine lassen, eigentlich nichts Neues. Und irgendwie selber Schuld.

Unseren gebrochenen Türrahmen hat er geklebt, statt neues Holz einzusetzen, die Bodenplatten, die abgeschliffen und neu lackiert werden sollten, haben jetzt ein Muster im Lack.

Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Ich verziehe mich zum Schlafen in die einzige mückenfreie Zone: Das Auto. Stickiger kann es nicht werden und die Viecher bleiben draußen. Reiner stört das alles nicht, aber den stechen sie auch nicht.

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