Angekommen

Das Tief ist vorbei, die Sonne scheint wieder.

Zwei Tage lang herrscht echtes Sauwetter. Eine Gewitter- und Regenfront löst die andere ab, man kommt nur mit Mühe und Müllsack bekleidet von Bord. Regenjacken werden zum begehrten Objekt. Kalt ist es dennoch nicht. Es ist angenehm, die Temperaturen liegen immer noch deutlich über 20 Grad.
Nun scheint wieder die Sonne, die Luftfeuchtigkeit ist auf 60% gesunken und draußen haben wir 26 Grad. Perfekt. Leider ist auch der Wind weg. ( Segler haben ja genau wie
Landwirte immer was zu meckern..) Und er bleibt weg. Zumindest für die nächsten 4 Tage ist kein verwertbarer Wind zu sehen. Ein ausgeprägtes Hoch macht sich breit und nimmt uns jedes Lüftchen. Würden wir jetzt weiterfahren, müssten wir tagelang motoren. Keine Option. Also warten. 😤.

Es gibt allerdings schlechtere Orte an denen man ausharren muss. Das Städtchen mit seinen ca. 12 000 Einwohnern gilt als das älteste der USA. Gegründet 1565 von den Spaniern, ging es zwischenzeitlich an England, um bis 1821 wieder in spanische Hand zu kommen. Erst im Anschluss wurde es friedlich an die Vereinigten Staaten übergeben.

Die Wechselei zeigt sich deutlich im Bild des Ortes. Spanische Kolonialbauten wechseln sich mit englischem Cottagestil und Südstaatenvillen á la Scarlett O‘ Hara ab. Eine zauberhafte Mischung. Es existiert tatsächlich ein Stadtkern mit Fußgängerzone und Plätzen mit Springbrunnen. Eine urige Kneipe folgt im Wechsel mit Kunstgalerien der nächsten. Überhaupt spielt Kultur hier eine große Rolle. Im Laufe des Tages tauchen Musiker auf und beleben die Szene. So auch gestern.

Ich begebe mich gestern mit dem Fotoapparat bewaffnet mit den Worlddancern auf zur Stadterkundung. Reiner soll/will sich noch schonen und bleibt zu Hause. Ganz weit kommen wir nicht. Aus einer Kneipe hören wir eine interessante Stimme beim Soundcheck, Marke viel Volumen mit Reisnägeln. Wir kehren ein. Da wir die Regel „Kein Bier vor Vier“ strikt einhalten, es aber mittlerweile 16.30 Uhr ist, fällt die Entscheidung zum Einkehren. Das war’s dann auch mit dem Tag. Wir bleiben hängen.

Der Typ ist der Hammer. Er spielt brilliant Gitarre, auf Herwigs Gesicht macht sich Dauergrinsen breit. Von Jonny Cash bis Joe Cocker ( mit Schrei an der richtigen Stelle) hat er alles drauf. Bei Bier 3 schicke ich Reiner ein Video und teile ihm mit, dass Kochen ausfällt. Kurz danach steht er neben mir. Genauso spannend wie der Musikus, ist das Publikum. Alte Kriegsveteranen im ZZ- Top Outfit haben ebenso ihren Spaß, wie junge Leute und 70jährige, die das Tanzen nicht scheuen. 

           

Und irgendwie fühlen wir uns angekommen in USA.

 

 

 

 

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