Ein Freitag auf den Robinsoninseln

Seit gestern sind wir wieder im OFF.

Früh um sechs geht der Wecker, wir wollen San Pedro verlassen und Richtung Belize aufbrechen. Zwei Anker müssen aus dem Wasser. Die Spannung steigt. Die Kette wird bis zum Zweitanker eingeholt und bremst. Ich hatte es befürchtet. (Andererseits hat sie uns im Sturm gehalten…). Mit viel Geduld und millimeterweisem Einholen der Kette kann Reiner den Haken aus dem Grund ausbrechen. Auch der Hauptanker hängt fest. Die Spitze, die max. 5cm im Boden waren, hat sich unter dem Stein verhakt und kann ebenfalls mit etwas Geduld ausgebrochen werden. Da hätte noch deutlich viel mehr Wind kommen können.

40 sm weiter südlich finden wir einen zauberhaften Ankerplatz zwischen den Robinsoninseln. Zwischen einer Gruppe von vielen kleinen Inselchen liegen wir komplett ruhig als einziges Schiff. Auf phantastischen 10m Tiefe. Ein Delphin begrüßt uns. Gegenüber steht ein einziges Haus auf Stelzen mit einem kleinen Strand mit Palmen.

Nach ausgiebigem Schlaf und Bad gehen wir mit dem Dinghi an Land und werden von drei Hunden begrüßt. Wo Hunde sind, muss einer wohnen. Und siehe da, unter den Stelzen baumelt jemand in der Hängematte. Nennen wir ihn Freytag. Er freut sich über unseren Besuch. Freytag ist Fischer und lebt hier alleine mit seinen drei Hunden. Sein Freund ist zur Zeit in der Stadt, um frische Nahrungsmittel zu holen. Strom für einen Gefrierschrank hat er nicht. Morgen gibt es wieder etwas zu essen. Solange liest er viel und hört klassische Musik.

Der Hurrican hat auch bei ihm vieles zerstört. Ringsum liegen Bäume, Reste von Nebengebäuden gucken aus der Erde. Während des Hurricans war er auf seiner Insel. Das Wasser stand ihm bis zur Brust. Dass sein Haus stehen geblieben ist, grenzt an ein Wunder, erzählt er.

Als wir uns verabschieden, schenkt er uns ein großes Glas mit frischem Kokoswasser. Ich bin gerührt. Er hat nichts und schenkt trotzdem.

Wir fahren zum Schiff und ich stelle eine Mahlzeit zum Kochen zusammen mit frischem Fisch (gestern unterwegs gefangen), Kartoffeln und Zwiebel. Aus unseren immer noch gut gefüllten Vorräten kommt noch Rum dazu.

Nun ist er gerührt. Die Freude ist riesig. Wir verabreden uns für den Anfang nächster Woche. Morgen werden wir nach Belize City hochfahren und unseren Besuch absetzen. Dann müssen wir ein paar Tage warten bis der Wind dreht, um in den Norden zu starten. Und solange würden wir gerne noch einmal zu Freytag auf die Robinsoninsel fahren.

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