Die Ruhe vor dem Sturm

Ruhe ist eingekehrt.

Seit drei Tagen herrscht Flaute und unbeschreibliche Hitze. Entweder befindet man sich im Wasser oder unter Deck. Hier rettet uns seit langer Zeit mal wieder unser Sonnensegel, welches das Deck zur Hälfte beschattet. Gegen Nachmittag kommt eine leichte Brise auf, die sich gegen Abend wieder legt. Die Luft steht. Nachts versuche ich einen Ort zu finden, an dem man atmen kann. Als ich meiner Tochter von der Hitze berichte, ernte ich nur ein mitleidsloses:“ Luxusprobleme..“ Ok, Jammern auf hohem Niveau, ich seh’s ein.

Das Städtchen San Pedro mit seinen knapp 13 000 Einwohnern ist nicht mit drei Worten zu beschreiben. Es hat mehrere Gesichter. Die Waterfront macht einen entspannten Eindruck. Einige Resorts reichen bis ans Wasser, überall gibt es Stege für kleine Boote und für Badewillige. Der klassische Strand existiert hier nicht, die Korallenplatte reicht bis ans Land. An den Stegen können auch wir überall mit dem Dinghi anlegen, da sind die Einheimischen tiefenentspannt. Durch die Zerstörung des Hurricans in der letzten Saison sind viele der Stege funkelnagelneu, Fragmente der alten Stege gucken noch überall daneben aus dem Wasser.

Geht man in die erste Häuserreihe mit Straße, trifft man auf kunterbuntes Getümmel. Wäre da nicht die Straße neu gepflastert, sondern noch wie vor kurzer Zeit aus Sand beschaffen, hätte man ein wenig das Gefühl man befände sich im wilden Westen. Kunterbunt reihen sich die Geschäfte aneinander, in Reihe 3 verschwinden dann auch die meisten Touristenbuden. Die Preise fallen.

Die Preise. Der erste Gang zum Supermarkt verursacht Schnappatmung. Vor allen Dingen, wenn man aus Mexiko kommt. Obwohl wir vorher wussten, das es teuer wird, flüchte ich mit der kleinen Beute von zwei Zwiebeln und sieben Kartoffeln geschockt zurück aufs Schiff. Zwanzig kleine, welke Rosenkohlköpfchen habe ich gesehen für 7€, schrumpelige Paprika für 6€/kg oder halb vergammelte Weintrauben, die tatsächlich jemand gekauft hat. Nun gut. Niemand braucht Rosenkohl oder Weintrauben in der Karibik. Aber das pralle Leben hat hier wieder ein Ende.

Gang Nummer zwei klappt dann schon besser. Man muss den richtigen Laden für das gewünschte Produkt finden. Immerhin konnte ich inzwischen eine sehr leckere Ananas für 3€ ergattern. Das Glas Nutella daneben für 7,50€ habe ich dann stehen lassen. Niemand braucht Nutella in der Karibik. Und einen Ersatzputzeimer für meinen alten, der auseinanderplatzt, für 12€ lasse ich auch stehen. Niemand braucht einen Putzeimer in der Karibik.

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