Mexikanischer Alltag

Nachdem wir alle notwendigen Behördengänge abgehandelt haben, kehrt allmählich der mexikanische Alltag ein.

Wir schlafen aus und ich gehe mit Freude täglich zum Supermarkt, um frische leckere und vor allem unglaublich billige Lebensmittel zu kaufen. Das Kilo Tomaten, der Salatkopf, die Zwiebel, alles befindet sich im Centbereich. Wir machen kleine Spaziergänge, um nicht einzurosten. Einer führt uns in den Hauptort von Mujeres.

Auch hier findet man in den ersten beiden Häuserreihen Tourismus vom Feinsten. Ganze Horden werden mit der Fähre vom Festland tagsüber hergekarrt, um abends wieder zurück gefahren zu werden. Dennoch ist es nicht allzu anstrengend. Man wird nur begrenzt angesprochen, wenn man freundlich abdankt, lassen sie einen auch weiterziehen. Aggressiver Souvenierverkauf liegt dem ansonsten eher schüchtern-freundlichen Mexikaner nicht. Auch hier ist der öffentliche Strand zwar voll, aber von unglaublicher Farbe. Der Sand ist dermaßen feinpuderig und weiß, dass es blendet.
Die Häuser sind mexikanisch bunt. Bunt, wie alles Landestypische.

Nach Cancun zieht es uns nicht mehr so richtig. Leider ist die Sicherheitslage dort derzeit etwas kritisch. Es kommt häufiger zu Schießereien, die sich von irgendwelchen Banden gegen die Polizei richten. Touristen sind nicht das Ziel, trotzdem möchte man nicht in die Schusslinie geraten. Also fahren wir demnächst weiter nach Süden.

Zum Alltag gehört auch der Friseurbesuch, den Sabine sich für umgerechnet 2,50€ leistet. Leider geht’s etwas in die Hose. Das Ganze sieht leicht schief aus und das Wort “ Stufe“ wurde zumindest einseitig wörtlich genommen. Nun hat sie die Idee: Beate soll’s richten. 😳 Na ganz tolle Idee…..

Zunächst winke ich ab. Keine Chance. So einen komplizierten fransigen Stufenschnitt kann ich nicht. Sabine redet auf mich ein, wie auf ein totes Pferd. Verspricht mir (im Vorfeld), unsere Freundschaft, unabhängig von der Ergebnisqualität aufrecht zu erhalten. Verspricht mir Tequila, verspricht mir eigentlich fast alles. Die Frau muss wirklich verzweifelt sein…….

Nach zwei Tagen hat sie mich soweit. Nach nochmaliger Versicherung ausbleibender Repressalien, lasse ich mir das Haarschneideequipment zeigen. Es handelt sich um einen kleinen Kamm und drei verschieden große Papierscheren. Der Mutschluck steht in Reichweite. Das fängt ja gut an….😱
Wir leihen uns von den Fischern einen Stuhl und los geht’s. Beate mit den Scherenhänden schnippelt sich im Mikrobereich ans Ziel: Die Stufe muss ausgeglichen werden.

Nachdem tatsächlich auf den ersten Blick das größte Drama beseitigt ist, brauche ich Pause. Jetzt beobachten wir die Angelegenheit erstmal und entscheiden dann, ob ein zweiter Angriff stattfinden muss.

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