Die Angler von Mujeres

Ich erwähnte es bereits, wir liegen hier als Exoten mit insgesamt 4 Segelschiffen zwischen Anglern.

Diese Angler sind eigentlich Sportfischer. An den dicken Motoryachten befinden sich auf beiden
Seiten Ausleger, die mehrere Angelleinen führen und geordnet zum Heck umleiten, wo sich die Ruten befinden. (Ich dagegen verknote in Sekunden zwei Angelleinen miteinander.)

Diese Sportfischer, die vorrangig aus Florida kommen, sind ein sehr eigenes Volk. Neben dem Angeln ist die größte Leidenschaft das Putzen. Solange sie am Steg liegen, putzen sie ununterbrochen. Das Schiff ist noch nicht ganz fest, da ist der Wasserschlauch schon angeschlossen und es geht los. Unterbrochen wird Putzorgie lediglich durch Grillen.

Zum Frühstück wird Speck gegrillt, auf der elektrischen Kochplatte daneben brutzeln die Eier. Zum Mittag gibt es gegrillte Burger, am Abend werden die Steaks gewendet. Die Küche auf dem Schiff wird nicht genutzt, sie könnte schmutzig werden.
Niemals findet man den frisch gefangenen Fisch auf dem Grill. Den holen sich die Einheimischen mit großen Karren ab. Es wird viel gefangen, hauptsächlich Snapper und Grouper ( Barsche ) in ihren unterschiedlichsten Ausführungen.

Sprechen möchten diese Menschen nicht mit uns, obwohl wir dicht aneinander liegen. Immerhin machen sie Platz, wenn wir auf dem Steg vorbei wollen. Gestern haben wir mit ihnen gesprochen. Genauer gesagt, Sabine und ich.

An den Kochstellen befinden sich extra für jedes dieser Schiffe große Mülleimer. Direkt am Heck. Gestern Mittag gibt es gegenüber Ananas zum Nachtisch. Großzügig geschält, fliegt der Rest ins Wasser und schwimmt obenauf. Nun könnte man sagen, dass es sich um Bioabfall handelt, der verrottet. Leider liegen wir in einer abgeschlossenen Lagune, der Abfall – Bio hin oder her – kann nicht wegschwimmen, sondern bleibt, bis er vergammelt ist. Nachdem der Herr von gegenüber eine zweite Ladung Müll neben unser Schiff wirft, fragen wir ihn, ob er keinen Mülleimer hat. Oha. 😳 Er guck uns an, als hätten wir nicht alle Tassen im Schrank und ich zeige auf den direkt neben ihm stehenden großen schwarzen Müllsack.

Unter widerwilligem Geläster (Sabine meint, sowas wie „dämliche Europäer“ gehört zu haben) entsorgt er den Rest in der Tonne, die er im übrigen noch nicht mal selber wegbringen muss.

Großkotz. Ich hoffe, die sind nicht alle so. Bisher haben wir andere Erfahrungen gemacht. Aber das waren auch keine Sportfischer aus Florida.

 

 

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