Stand by

Wir warten und putzen.

Wir sind eindeutig raus aus der stabilen Passatzone. Während der meisten Zeit kommt der Wind zwar östlich, aber eben nicht mehr beständig. Gerne kommen auch mal Tiefdruckgebiete aus Norden, wo ja bekanntlich zur Zeit Winter herrscht, und bringen hier alles etwas durcheinander.so auch im Moment. Da dreht es sich über Florida linksrum und bringt uns hier von Wind von vorne, bis wenig Wind von hinten, alles mögliche. Aber nichts, was man gut brauchen könnte. Zumal die Wettergurus auch wieder mal nicht ganz einig sind, wie denn nun wirklich. Also, warten. Sehr blöd, wir wollen los.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, wird geputzt, als gäbs kein morgen. Fließendes Wasser, was wir ja selten zur Verfügung haben, hilft da ungemein. Die meisten Roststellen an den Edelstahlteilen ( und es gibt sooo viele 😱) sind beseitigt und anschließend gewachst, in der Hoffnung, dass die Pracht länger hält.

Der Rumpf will auch mal wieder vom seiner Salz-Kalkschicht befreit werden. Damit haben wir zu kämpfen, seit wir den Atlantik besegeln. Bis ca 20-30 cm oberhalb der Wasserlinie bilden sich sich im Laufe der Zeit Ablagerungen, die durch nichts einfach wegzuwischen sind. In Trinidad wurde ein säurehaltiges Zeug benutzt, welches die Schicht in Sekunden aufgelöst hat. Sofortiges Nachspülen mit klarem Wasser und alles hat geglänzt. Da wir kein Gelcoat außen haben, sondern einen lackierten Rumpf ( dunkelblau, damit man den Mist auch besser sieht…), ist polieren verboten. Absolut verboten.

Gestern komme ich dann auf die eigentlich naheliegensde Idee, ich schreibe an Wrede in Deutschland, wo unser Schiff lackiert worden ist und frage um Rat. Prompt kommt die Antwort. Alles richtig gemacht. Der Lack ist säurebeständig, ich soll erstmal Essig nehmen, einwirken lassen, abspülen und hinterher ein Pflegemittel benutzen. Und nie niemals polieren!

Nun habe ich nur noch das Problem, dass ich das vom Dinghi aus erledigen muss. Das zappelt aber zur Zeit so heftig neben dem Rumpf, dass ich fast rausfliege beim Putzen. Im Moment ist nämlich reichlich Wind hier. Der behindert uns auch nach wie vor, unseren sauber vertüdelten Gennaker zu sortieren, den wir aber, bei den Wetteraussichten, wahrscheinlich brauchen werden. Gerade eben würden wir, wenn wir ihn hochziehen würden, mindestens 3 Schiffe rechts, gegenüber und links mit einwickeln. 140qm wollen ja irgendwo hin.

Also, hilft nix, wir warten. Erst auf wenig Wind, dann auf mittleren Wind aus der richtigen Richtung. 😂 Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.