Ausflug nach Grenada

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Während ich an unserem bisher einzigen Sommertag im Garten sitze, klingelt mein Telefon. „Ich habe ein riesiges Problem,“ sagt der Skipper und ich erkenne sofort an seiner hoch gereizten Stimme, dass da was dran sein muss. „Ich muss heute noch das Land verlassen, oder ich komme in den Arrest.“ Klingt nicht gut……..

Über die Einreisebehörden in Trinidad und Tobago, sprich Immigration und Zoll, hat man im Vorfeld schon vieles gehört. Auf Tobago, unserer Ankunftsinsel stellte sich das Ganze als vollkommen harmlos und halb so wild heraus. Die Beamten sind alle nett und sehr hilfsbereit. Da die Inseln als ein gemeinsames Land mit gleichen Vorgehensweisen gelten, hatten wir von Trinidad ähnliches erwartet. Weit gefehlt….

Schon nach Erreichen von Trinidad, wurde schnell klar, dass hier vielleicht die gleichen Gesetze gelten, aber irgendwie anders ausgelegt werden. Alles kompliziert und irgendwie willkürlich, je nachdem an welchen Beamten der Immigration man trifft. Fast jeder, der das Office verlässt, hat irgendeinen Grund zum Schimpfen.
Fakt war zu diesem Zeitpunkt, dass in Reiners Papieren eine zu kurze Aufenthaltszeit eingetragen wurde, erlaubt sind drei Monate, bei ihm standen vier Wochen. Nun fliegt der Mann erst am folgenden Montag nach Deutschland, also fehlten ein paar Tage. Ehrlich wie wir sind, beschließen wir, dass Reiner zur Immigration geht und den Fehler korrigieren lässt, damit es nicht erst am Montag ein Riesentheater gibt. Ganz schlechte Idee…..

Die diensthabende Dame macht schon gleich ein Riesentheater, bezichtigt ihn des illegalen Aufenthaltes und verlangt, dass er sofort das Land verlässt. Anderenfalls käme er in den Arrest. ????. Reiner tobt. Alle Versuche die Dame zu beruhigen scheitern, auch das Vorlegen des Flugtickets für Montag bringt keine 1-wöchige Verlängerung, obwohl ja 3 Monate erlaubt sind! Er soll seine Papiere fertig machen, am Nachmittag vorzeigen und am gleichen Tag noch ausreisen.

Als wir telefonieren, mache ich mir schon Sorgen, dass er wegen Beamtenbeleidigung eingesperrt wird, so regt er sich auf. Aber es hilft ja nichts, die Dame sitzt am längeren Hebel und so wie es aussieht, wird sie davon Gebrauch machen. Also wird beschlossen, dass der nächste Flug -egal wohin- gebucht wird, um einmal aus- und wieder neu einzureisen und somit eine neue Aufenthaltsgenehmigung zu erlangen.

Das Beste kommt, als Reiner am Nachmittag mit seinen Papieren erneut bei der Immigration vorstellig wird. Ein Kollege hat Dienst, fragt verwundert, ob man ihm das wirklich so gesagt hat und zögert. Leider ist die Chefin noch im Hintergrund und bestätigt auf Nachfrage ihre Entscheidung. Der Kollege schüttelt nur den Kopf, kann aber jetzt auch nichts mehr ändern.

Also fliegt Reiner am Abend artig nach Grenada und am nächsten Morgen wieder zurück. Reist somit neu ein und bekommt nun die Genehmigung, sich bis zum 11. Oktober im Land aufhalten zu dürfen !?!?!?!.

Im Nachhinein wäre es wahrscheinlich besser gewesen sich dumm zu stellen und am Montag früh bei der Immigration auszuklarieren. Dann hätten sie ihn rausschmeißen können und er wäre gemütlich nach Hause geflogen.

Was übrig bleibt:

Die Erkenntnis, lieber jeden Stempel und jedes Datum gleich zu überprüfen.

Die Erkenntnis, dass Ehrlichkeit vielleicht auch nicht immer die beste Lösung ist.

Der Hinweis einer ebenfalls segelnden Freundin, dass die Gelegenheit verpasst ist, den Alten los zu werden. ????( Es darf getippt werden, um wen es sich handelt) Aber wer holt dann die Brötchen morgens?

2 Kommentare

  1. Hallo Beate und Reiner,
    was für ein Scheiss mit der Immigration in Trinidad. Wir hatten auch ein, auch wenn nicht so großes Problem mit der Dame. Das ist glaube ich, ihr Hobby die Segler zu
    ärgern. Aber was soll’s, zwei Rumpunsch später sieht Alles nicht so schlimm aus.

    LG von den ME’s, die, noch in Deutschland, sich nach der Karibik sehnen.

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