Turtlewatching 

Tobago ist einer der wichtigen Orte für Lederschildkröten, die hier alljährlich zur Eiablage an die Strände kommen. Beobachten kann man sie an 3 verschiedenen Stränden der Insel, vor einem davon liegen wir. Bis zu 30 Leatherback Turtels sollen derzeit hier pro Nacht an Land kommen. Der Strand ist voll von gut zu erkennenden Nestern, eine Sandkuhle von ca. 2m Durchmesser liegt neben der anderen, überall sind frische Spuren zu erkennen.

Gespannt breiten wir unser Basislager in der Dunkelheit am Stand aus und warten. Zu zweit machen wir Patrouillengänge nach rechts und links, immer bewaffnet mit einer kleinen Taschenlampe zum Zeichen geben, wenn einer was findet. Nach einer halben Stunde ( Britta und Jens sind dran) leuchtet und winkt die Lampe. Es geht los. Direkt vor dem einzigen Hotelrestaurant des Strandes und ca. 10m neben unserem Dingi liegt sie.

Uns steht der Mund offen. So ein riesiges Tier hatten wir nicht erwartet. Freundlicherweise liegt sie so, dass das Licht des Restaurant die Szenerie beleuchtet. Und wie durch Zauberhand ist eine Meeresbiologin anwesend, die die Schildkröte beobachtet, vermisst und uns jede Menge Informationen liefert. Besser geht’s nicht.
Das Tier misst 1,60 m Länge und 1,20 m Breite und ist erst zarte 20-30 Jahre. Bis zu 300 Jahren werden sie alt. Wir sind völlig fasziniert. Über die gewaltige Größe und ihr Aussehen. Ein bisschen wie bei Jurassic Park, ein Kopf, der einem Tyrannosaurus ähnelt. Ein Wesen aus der Steinzeit. Wir sind sprachlos. Aus dem Fernsehen kennt man diese Bilder, in live sind wir ergriffen.

Die Schildkröte gräbt mit den Hinterbeinen ihr Loch. Als sie fertig ist, fällt sie in Trance und beginnt mit der Eiablage. Zu diesem Zeitpunkt kann sie von der Wissenschaftlerin angefasst werden. Durch die Rotlichtlampe können wir direkt sehen, wie die tennisballgroßen Eier in das unglaublich tiefe Loch fallen. Die 80-120 Eier sind noch weich, so dass sie nicht kaputt gehen. Dann erwacht das Tier wieder und beginnt unter Keuchen, Stöhnen und mit Pausen ihr Loch wieder zu zugraben. Sie wirkt erschöpft und angestrengt.

Nach einer halben Stunde ist alles zu ihrer Zufriedenheit erledigt, sie kriecht zum Wasser und schwimmt davon. In 4 Wochen wird sie ein zweites Mal an diesen Ort kommen, um Eier abzulegen.

Zum Fotographieren ist das Licht zu schwach, es würde auch nur die Bilder wiedergeben, die man aus dem Fernsehen schon kennt. Die Faszination, die wir erleben, können Bilder nicht wiedergeben.
Was soll ich sagen? Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und nix dafür bezahlt!

4 Kommentare

  1. Ohhhhh, wie schön für Euch. ???? Ich freu mich, dass es bei Euch geklappt hat, wir hatten in French Guyana weniger Glück. Hätte ich wohl auch gerne gesehen…

    lg
    Sabine

    • Das scheint hier ne ziemlich sichere Nummer zu sein. Ein echtes Highlight der bisherigen Reise. ????

    • Ja danke, einfach ein faszinierendes Naturschauspiel. Wir haben neulich mal versucht mit dir zu funken, war aber irgendwie keiner da. Bleiben dran.
      Lg

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