Fisch, Fisch, Fisch

Nach drei Tagen Charlotteville ist uns das Nest mit seinen 1000 Einwohnern schon ans Herz gewachsen. Jeder kennt einen und winkt im Vorbeigehen, es ist ein Ort zum Innehalten.

Wir sind wirklich in der tiefsten und ursprünglichsten Karibik angekommen. Direkt vor dem kleinen Bootsteg gibt es einen „Supermarkt“, der einen vorm Verhungern schützt ( mehr aber auch nicht) und mehrere Holzbuden an der Straße, in denen gekocht wird. Wie immer Fisch oder Chicken. Offensichtlich kocht man hier nicht so gerne zu Hause, denn irgendwie holen sich dort alle ihr Essen. Die Holzhütten machen gegen 19.00 Uhr zu, anschließend kehrt Ruhe im Ort ein. In einer der Holzhütten finde ich heute einen Halbwüchsigen mit einer rostigen Waschmaschine, der für 4€ eine Maschine Wäsche wäscht. Das Ergebnis war besser, als erwartet.

Es existiert ein halbwegs normales Restaurant, (so richtig mit Tischdecken und so) , in dem man aber auch nichts anderes als in den Holzbuden zum Essen bekommt, aber immerhin gibt es hier Internet. Die Herzlichkeit findet man allerdings eher in den Buden….Dann finden wir noch eine Strandbar, die durchaus Potential haben könnte, aber nur von 12-16 Uhr geöffnet hat,

Das Leben in Charlottevillle dreht sich um den Fisch und den Fischmarkt, der aus zwei mehr oder weniger klapprigen Tischen und einem Wasserschlauch besteht. Dass Mann/Fischer sich mit dem Wasserschlauch auch bei Bedarf Körperteile unterhalb der Gürtellinie kühlt, soll hier nur nebenbei erwähnt sein.???? Gefischt wird hier noch mit jeweils zwei Angeln in löcherigen Holzbooten, aus denen regelmäßig das Wasser geschöpft wird, mit nur einem Mann Besatzung. Ein mühseliges und gefährliches Geschäft, denn die Fischer fahren ziemlich weit raus aufs Meer mit ihren Nussschalen. Jedes Jahr kommen 1-2 davon nicht zurück, Funkgeräte um Hilfe zu rufen, gibt es nicht. Gegenüber vom Fischtisch steht ein niegelnagelneues fertiges Gebäude mit sauberster Edelstahleinrichtung für die Fischverarbeitung. Manchmal ist sogar innen Licht an, benutzen tut es keiner. Schlauch in Hose findet dort wahrscheinlich ein Ende.

Insgesamt hinterlässt der Ort dennoch den Eindruck des guten Willens und des beginnenden Aufschwungs. Müll wird gesammelt und abtransportiert, für die Bildung existiert eine verhältnismäßig große Bücherei. Ebenfalls macht das neue Healthcenter einen super sauberen und modernen Eindruck, ein weiterer moderner Bau für was auch immer ist am Entstehen.

Auf unserem Weg gestern von der Waschmaschine zum Schiff lernen wir Gail kennen. Gail mag Segler und hat auch ein kleines Restaurant, welches aber meistens geschlossen ist. Kundschaft fehlt. Von Gail strömt wieder die Herzlichkeit aus, die uns hier so oft begegnet. Sie möchte trotzdem für uns was kochen, auch wenn wir nur zu zweit sind. Wer kann da schon Nein sagen?

Wir sind dann zu viert, weil Lili mit Britta und Jens morgens auftaucht. Und das Essen ist zum ersten Mal seit langer Zeit ( außerhalb des Schiffes ) richtig lecker. Vorweg gibt’s ne Suppe und hinterher stehen plötzlich kleine Kuchenstücke auf dem Tisch. Gail ist zauberhaft. Aber es geht noch weiter. Wir unterhalten uns mit ihr darüber, dass es auf Tobago keine Lobsterschonzeit gibt und hier ganzjährig gefangen werden darf und fragen sie, ob sie eine Idee hat, wo wir die Tierchen herkriegen können. Sie überlegt mal…..

Heute früh klopft es an die Bordwand und wir bekommen zwei große frische Lobster geliefert. Für umgerechnet ca. 7€/ Pfund. Ein Witz. Und wieder kommen wir aus dem Staunen über soviel Gastfreundschaft und Wärme nicht heraus.

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