Farbe der Woche: Grün

Wir sind in Tobago angekommen, der Weg dorthin war zäh.

Am Sonntag sieht das Wetter immer noch gut aus, so dass wir gegen Mittag starten. Luftlinie sind es wie gesagt nur ca. 75 sm, wir müssen aber gegen den Wind und die Welle hoch am Wind segeln. Mein Lieblingskurs……..schräg und nass.

Aber es kommt gar nicht so schlimm wie gedacht. Wir haben die kleinere Fock am Kutterstag gesetzt, mit der wir bei angesagten 4-5 Bft höher am Wind segeln können und das funktioniert auch mit 40-50 Grad ganz gut. Die Welle ist nicht weiter wild, so dass wir ohne großes Gestampfe vorwärts kommen. Der Kurs geht südöstlich und liegt bei ca. 145 Grad. Wer sagt’s denn. Eine Wende und zack sind wir da. Dachten wir. Denn dann kam der Strom.

Kurz vor Höhe der Ölplattformen ( ca. 10 sm Abstand) schalten wir, wie von derKüstenwache empfohlen die Navilichter aus, da hier in diesem Gebiet um die Jahreswende zwei Überfälle auf Segler stattgefunden haben. Seitdem ist das Gebiet streng bewacht und es gibt Empfehlungen, wie man sich verhalten soll. Im Dunkeln fahren und Licht aus. Somit sind wir nur noch für die Berufsschifffahrt auf dem AIS zu sehen, die bösen Buben sind nur tagsüber unterwegs und haben keine AIS Empfänger. Die Küstenwache ist übrigens tatsächlich permanent auf Sendung und funkt munter alle Schiffe an.

Wir stellen zu diesem Zeitpunkt schon fest, dass wir trotz der 20 Knoten Wind immer langsamer werden. Gegenstrom. 4 Knoten Geschwindigkeit, 3 Knoten, 2 Knoten…???? Mist. Alles klar zur Wende, ist sowieso Zeit. Aber nun schiebt der Strom so blöd, dass wir mit dem Wendewinkel quasi zurück fahren. Geht auch nicht. Wir probieren alles mögliche aus, es hilft aber nichts, der Motor muss mitschieben. Das tut er dann auch bis zum Schluss, denn der Strom bleibt.

So haben wir für die lausige Strecke fast 24 Stunden gebraucht. Der Amwindkurs war dabei harmlos. Belohnt werden wir mit unfassbarem Grün. Die Insel ist so grün, wie wir es zum letzten Mal auf Dominica gesehen haben. Wir fahren nach Charlotteville im Norden und werfen den Anker zum ersten Mal auf 15 Metern Tiefe. Da reichlich Platz ist, rauschen 80 Meter Kette hinterher, hier bewegt sich nichts mehr.

Charlotteville ist ein kleines sehr verschlafenes Fischerdorf mit freundlichen Menschen, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Hilfe bietet einem jeder sofort an und nach zwei Tagen weiß auch auch der Letzte, wer zum blauen Segelschiff gehört und welches das Dingi ist. Abgeschlossen wird es nicht, hier passen alle auf. ( Zur Zeit liegen wir hier mit zwei Segelschiffen!) Hier laufen die Hühner über die Hauptstraße und wenn es frischen Fisch gibt, wird in die Conchmuschel geblasen, damit jeder informiert ist. Wir befinden uns sozusagen kurz vor der Buschtrommel. Einen privaten Strand haben wir auch. Also, alles gut.

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