Carriacou Festival Tage 2+3

Nun ist es amtlich: Reggie und Stealdrums sind ein Mythos vergangener Zeiten.

Tag 2 der Festivität haben wir ausfallen lassen. Wie wir noch rechtzeitig erfahren haben, fand die Veranstaltung wieder oben in Bel Air statt, kostete diesmal 50 E$ Eintritt und bestand aus Theaterstückchen, von denen wir aufgrund des einheimischen Slangs ohnehin nicht viel verstanden hätten.

Aber Tag 3 lässt hoffen. Wir liegen in Poleposition, am Ende des Strandes sind vom Morgen an die Bühnenbauer am Werke. Es wird Essen geschnippelt und Grillstände aufgebaut. Gegen Abend hören wir die erste Musik, die von Ferne gar nicht mal so schlecht klingt. Nach einem opulenten Essen auf der “ Me“ bei Daniel und Annett Mit den Muradas und den Lilis setzen wir uns in Bewegung und treffen wieder auf einen Schützenfestplatz mit Bühne und diversen leckeren Grillgerüchen. Auf der Bühne steht gerade eine Band bestehend aus Gitarre, schrapeliger Violine, Ukulele und irgendwelchen Rhytmusinstrumenten. Davor steht die gesamte Inselbevölkerung und schwingt die Hüfte.

Die Musikrichtung kann man nicht beschreiben. Irgendwo zwischen Squaredance, Walzer und karibischer Untermalung. Aber es wird korrekt getanzt. Hacke, Spitze, Hoppsassa und das ganze mit Hüftwackeln. Britta und ich werden von einem Einheimischen zum Tanzen aufgefordert, aber ich bin noch nicht betrunken genug für die Blamage. Außerdem fehlen uns irgendwie auch die anatomischen Voraussetzungen für ausdrucksstarke Wackelei, da ist nix.

Im Anschluss an die schräge Fidelei folgt wieder eine Trommeltruppe, diesmal mit Tänzerinnen aus Trinidad. Donnerwetter, die können was. Da ist die ganze Muskulatur auf Zack und jede Bewegung sitzt.Der Rest ist dann unspektakulär, eher laut und mit Hiphop-Techno-Klängen nicht so ganz unser Ding.

Interessant war es allemal. Wir wurden von allen Seiten freundlich angelächelt, standen mitten in der Menge und fühlten uns wohl dabei. Niemand ! war betrunken obwohl es Bier gab, aber alle waren fröhlich. Unsere Vorstellung von karibischer Musik hat sich allerdings grundlegend gewandelt. Bob Marley ist tot und dabei bleibt es und wo auch immer Stealdrums gespielt wird, hier jedenfalls nicht. Macht nichts, schön war’s trotzdem.

1 Kommentar

  1. Hi Beate,

    Deine Reiseberichte zu lesen, ist einfach hinreißend… Man kann förmlich fast Alles sehen, hören, riechen oder schmecken…

    Gruß Anke

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.