Waterworld

Wir haben so viele schöne Dinge gesehen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht einfach der Reihe nach.

Union Island war nett. Vor allem durch den Unterhaltungswert der Kitesurfer. Nach drei Nächten ist es allerdings dann auch genug, das ewige Pfeifen des Windes und die Enge in der Bucht lassen uns weiterziehen.

Wir hüpfen zunächst einmal quer rüber nach Mayreau in die Saline Bay, die südlichste der drei möglichen Buchten. Unserem Wunsch nach Ruhe wird Folge geleistet. Als wir gegen Mittag dort ankommen, liegt sage und schreibe ein einziges Schiff vor uns dort. Der Anker greift beim ersten Versuch und wir freuen uns einfach nur. Vor uns liegt ein einsamer Strand ( es ist Samstag!), keine Welle, gut windgeschützt, es tritt Urlaubsgefühl ein. Wir gehen schnorcheln und sitzen im weißen Sand. Im Laufe des Tages kommen noch einige wenige andere Schiffe an, in der weitläufigen Bucht verläuft sich das Ganze allerdings.
Auch der kleine Ort ist zauberhaft. Das I-Tüpfelchen für den Segler bildet dann die Internetkneipe „Combination Cafe“ mit dem schnellsten Internet seit langem und einer Terrasse mit Blick auf die untergehende Sonne. Viel mehr geht nicht. Dachten wir. Ich bin schrecklich verliebt in Mayreau und die Insel katapultiert sich ganz schnell ziemlich weit nach oben auf der Liste. Wir kommen wieder.

Da die Wettervorhersage abnehmenden Wind prophezeit, entschließen wir uns, die Gelegenheit zu nutzen und nochmals um die Ecke in die Tobago Cays zu fahren, denn dort liegt man wieder ungeschützter. Im Vorfeld muss ich sagen, dass wir auch etwas skeptisch waren. Viel wird gerade auch von dem einen oder anderen Promiblogger geschrieben über die Tobago Cays, in denen vor 10 Jahren, als man zum ersten Mal hier war, noch alles gut war. Es ist die Rede von der ehemaligen Idylle, die es heute nicht mehr gibt. Es sei überlaufen und lange nicht mehr das, was es einmal war. Wir wissen nicht, was war.

Was wir sehen sind atemberaubende Farbspiele des Wassers, dessen türkis teilweise so blendet, dass weiße Schiffe ebenfalls türkis leuchten. Es ist unglaublich, das Wasser ist glasklar, bereits auf 9 Metern kann man den Grund genau sehen.

Was wir vorfinden, ist eine nur mäßig volle Bucht, die sich im Laufe des Tages bis auf 15 Schiffe leert.

Was wir auch sehen, sind die hinter uns liegenden absolut menschenleeren Strände.

Was wir stundenlang beobachten, sind die Schildkröten, die um uns herum schwimmen und sich keineswegs gestört fühlen und flüchten.

Während des ganzen Tages kommt nicht ein einziger Boatboy vorbei. Wir müssen sie suchen, wollen wir doch am Strand einen Lobster essen. Gegen Abend fahren wir mit dem Dingi an den gegenüberliegenden Strand und ziehen es hoch auf den Sand. Es ist das Einzige. Auf der anderen Seite des Sandhaufens finden wir dann zwei Kochbuden, Pablo und Romeo rühren in den Töpfen, es duftet ungemein gut. Die Lobster für das heute Barbeque kommen gerade frisch aus dem Wasser angefahren. Morgen werden wir uns eins von diesen Hartschalentieren gönnen, heute ist noch Thunfisch da.
Leicht beseelt treten wir den Rückweg an und sehen unser Schiff vor dem Riff liegend leicht schaukeln. Es herrscht absolute Stille.

Vielleicht liegt es ja daran, dass früher immer alles besser war. Im Winter mehr Schnee, im Sommer mehr Sonne, die Erdbeeren süßer und die Deutsche Bahn hatte auch keine Verspätung. Wir werden die Sache hier im Auge behalten und mit Besuch und dann mit Kind wieder herkommen. Im Moment jedenfalls geht nicht viel mehr Natur und Ruhe. Oder wir haben uns verfahren……

Bilder kommen dann später, in der Einsamkeit gibt’s nämlich kein schnelles Internet!

3 Kommentare

  1. freu mich auf fotos… da braucht man noch nicht mal tauchen können – schnorcheln ist da sicher auch weltklasse. 😉

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