How to kill a Lobster 

Seit gestern früh ist Leben in der Bude, die „Lili“ mit der quirligen Britta und Jens sind aus Trinidad angekommen und wecken uns morgens um unchristliche 7.30 Uhr beim Einlaufen mit dem Ruf: Balou, Balou,…..

Nach drei Monaten hat man viel zu erzählen, der Tag flitzt schnell vorbei. Wir beschließen am nächsten Tag zwecks Geldbeschaffung in den Hauptort Hillsborough zu fahren und gleich mal die Versorgungsmöglichkeiten zu sondieren. Irgendjemand hat uns erzählt, Hillsborough sei nicht so toll, ankern könne man dort zwar, aber nicht vernünftig mit dem Dingi anlanden, etc. die Erwartungshaltung hielt sich somit in Grenzen. Und wieder einmal kommt alles anders.

Da wir die Busfahrerei ja hier schon kennen, wollen wir uns an der Straße den richtigen Bus suchen, um nicht in der Hitze die 4 km zu Fuß gehen zu müssen. Wie immer weiß niemand wann der Bus wo hält. Als wir noch damit beschäftigt sind, das Dingi am Steg festzubinden, kommt ein Kleinbus vorbeigefahren und ruft uns zu, ob wir mitfahren wollen. Die Frage, ob er nach Hillsborough fährt wird bejaht. Britta und ich steigen schon mal ein, die Herren versuchen noch den Heckanker vom Dingi richtig zu platzieren, die Leinen zu sortieren….. Ich entschuldige mich bei dem Busfahrer, er erwidert, dass es kein Problem sei und schaltet den Motor aus. Die ganze Bagage muss warten und bleibt dabei fröhlich und gelassen. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind die Herren fertig und es geht los. Diesmal ist der Bus nicht ganz so voll und wir haben alle Platz.

Die Fahrt dauert ganze 15 Minuten und wir landen in einem absolut entzückenden Ort, in dem sich alles zwischen Mainstreet und der Waterfront abspielt. Eine fröhliche Stadt. Alle lächeln und halten gerne mal einen Plausch. Der Wohlfühlfaktor schnellt in die Höhe. Hinter der ersten Häuserreihe sehen wir eine herrliche Bucht mit klarem Wasser und schönstem Strand. Drei Schiffe liegen vor Anker, mit dem Dingi kann man am Hauptdock festmachen, eine Treppe führt nach oben.

Die Versorgungsmöglichkeiten entpuppen sich als hervorragend, es gibt sogar einen Obst- und Gemüseladen mit Salat und frischen Bohnen, huuurraaa!
Als wir die Straße weitergehen, stoßen wir auf den Fischmarkt in dem es sogar noch ein paar Fische und einige Lobster gibt. Britta ist nicht zu bremsen, plaudert mit dem Fischverkäufer und der will uns ein Riesenvieh für 30 E$ ( Eastkaribiendollars, gesprochen ICI) verkaufen. Das sind 10€, also fast geschenkt. Unter der Bedingung, dass er das Tier vor unseren Augen erlegt und küchenfertig präpariert, willigen wir ein.

Also, das Leben kann grausam sein. Er setzt die Spitze des großen Messers direkt vor den Augen an, nimmt einen Holzknüppel und schlägt das Messer längs durch das Tier. Schluck. ????Es bewegt sich schon noch einen Moment…….. Anschließend werden die zwei Hälften auseinandergebrochen und die unschönen Teile entfernt. Fertig ist die Sache, übrig bleibt leckerstes Fleisch in der Schale. Beim Nächsten werden wir das wohl selber erledigen müssen. (Also ich..)

Da wir nichts zum Kühlen dabei haben, müssen wir schnell nach Hause. Und wie durch Zauberhand kommt “ unser “ Bus angefahren und fragt, ob wir mit möchten. Ja, möchten wir, aber wir müssen leider noch den bereits getätigten Obsteinkauf vom anderen Ende der Straße abholen, den wir dort gelagert haben. Alles kein Problem, da fährt er schnell vorbei und dreht eine Extrarunde. Der Einkauf wird durch das Fenster gereicht und die Fahrt geht weiter. Eine Station später bekommt Britta einen neuen Sitznachbarn, dem sie stolz unseren Einkauf zeigt und bekommt prompt und ausführlich die besten Zubereitungsmethoden nebst Lebensgeschichte erklärt.

Die Freundlichkeit und Offenheit hier toppt bisher alles. Wir sind froh, noch viel Zeit für diese Ecke mit und ohne Besuch zu haben und sind uns sicher, noch viele solcher Geschichten zu erleben.

1 Kommentar

  1. Tolle Fotos und mmmm Lobster…, mit Mangold?

    Liebe Grüße aus der kalten Heimat Anke

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