Flucht in den Süden

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Dicke Regenwolken ziehen über die Berge und fallen einfach runter. Es wechselt ab zwischen leichtem Regen, Platzregen und Weltuntergangsregen. Im Schiff sind 30 Grad, alles wird feucht und klamm und ich fange an, in den Ecken nach Schimmel zu suchen. Das ehemals türkisfarbene Wasser vor der Haustür hat einen hellbraunen Farbton angenommen, der Fluß schiebt seinen Inhalt ins Meer. Man hat keine Chance zum Nachbarn oder gar an Land zu kommen ohne bis auf die Haut klitschnass zu werden. In 3 sec. Kurz gesagt, es fängt an uns auf den Nerv zu gehen. Zeit, umzudrehen.

Morgen ist es soweit. Zunächst zurück nach Roseau, wo einen die einheimsichen Frauen im fortgeschrittenen Alter hauptsächlich mit “ Darling“ anreden und dann ein letztes Mal nach Martinique zum Einkaufen. Anschließend werden wir wohl doch gemeinsam mit der Fenicia einen längeren Schlag über Nacht bis zu den Grenadinen machen. Die Sicherheitslage ist etwas durchwachsen auf St.Lucia und St. Vincent, so dass wir uns entschieden haben gleich ein Stück weiter in den Süden zu fahren.

Gut, dass die Karibik ein bißchen wie ein Dorf ist. Jeder weiß alles und erzählt es dem nächsten. Es gibt morgendliche Funkrunden, in denen man über den letzten Dingiklau, den leckersten Lobster, die sichersten Mouringbojen oder den blödesten Boatboy informiert wird. Außerdem existieren Facebookgruppen, in denen ebenfalls Neuigkeiten ausgetauscht werden. Eine gläserne Welt, die Vor- und Nachteile hat. Vom Sicherheitsaspekt aus gesehen eher von Vorteil. Natürlich darf man nicht jede Nachricht ungefiltert überbewerten, wachsam ist man dennoch. Und so ist auch unsere Entscheidung entstanden zwei Inseln ( die sowieso nicht unsere Lieblingsinseln waren) zu überspringen.

In den südlichen Grenadinen ist Ruhe. Und vor allen Dingen scheint dort die Sonne und wir freuen uns auf Mone und Torsten.

Leider trennen sich morgen auch zwei Wege. Nämlich die der Flying Fish und der Balou. Irgendwann musste es passieren, die Fishies müssen im Oktober wieder in Deutschland sein.Es wird komisch werden. Irgendwie anders. Es war eine wundervolle Zeit, die aber ganz sicher nicht durch unterschiedliche Segelrouten beendet werden wird. Sie wird weitergehen, spätestens im September, wenn wir am Steg stehen und während unseres Heimaturlaubes die Leinen in Holland annehmen.

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