Eine Busfahrt, die ist lustig

….eine Busfahrt, die ist schön, denn da kann man was erleben…..
Ausflug Nr. 2 führt uns nach Kingstown, dem Hauptort ( Stadt wäre übertrieben) von St. Vincent.

Wir entscheiden uns für den öffentlichen Bus, der kostet wenig im Gegensatz zur Taxifahrt. Aber da geht es schon los. Es existieren weder Busfahrpläne, noch sind die „Busse“ irgendwie gekennzeichnet oder gar nummeriert. Haltestellen bis auf Anfang und Ende gibt es nicht, man steht an der Straße und winkt, wenn man denn den Bus als solchen erkannt hat.

Der Bus selber verdient seinen Namen kaum. Bei uns stünde er an der hintersten Stelle auf dem Schrottplatz. Er hat 12 Sitzplätze, die ebenfalls ihresgleichen suchen. Immerhin gibt es Fenster, die Gott sei Dank zur Hälfte geöffnet sind. Der Fahrer würdigt seine Passagiere keines Blickes und dreht das Radio auf volle Lautstärke. Mit gefühlten 100 Dezibel Reggiemusik schmirgelt der Bus durch kurvige Straßen, wichtigstes Item ist die Hupe, welche pausenlos im Einsatz ist. Vor jeder Kurve, wenn man jemandem begegnet den man kennt, beim Überholen usw. Aber da es keine Haltestellen gibt, wird man direkt am gewünschten Ort abgesetzt. Das ist doch was.

Die Rückfahrt ist noch eine Stufe spannender. Durch Zufall finden wir im Chaos von Kingstown den gleichen Bus, wie auf der Hinfahrt. Nachdem der Chef gleich mal die Abkürzung mitten durch den Friedhof nimmt, steigen mehr und mehr Mensch zu. Die Zahl steigt auf 20 ????. Wenn man die Schultern im richtigen Winkel zum Nachbarn hält, ist atmen möglich. Sicherheitsgurte, die sowieso nicht vorhanden sind, wären überflüssig, da der zur Verfügung stehende Raum für den freien Flug schlicht kaum vorhanden ist. Man sitzt komplett eingekeilt. Schön ist, wenn aus der letzten Reihe jemand aussteigen möchte. Dann nämlich muss der gesamte Inhalt entleert werden, bevor die Reise weiter geht. Ein echtes Erlebnis.

Kingstown selber wird zur Nebensache. Der botanische Garten ist noch ganz nett, im Stadtkern herrscht chaotisches Gewimmel. Der Lebensstandard ist niedrig. Da wir als hellhäutige Menschen potentiell reich sind, werden wir im Vorbeigehen taxiert und gelten als willige Zahlungsopfer. Aufgrund dieser Tatsache lassen wir die Kamera lieber im Rucksack und verzichten auf Fotos. Wir fühlen uns zwar nicht direkt unsicher, aber wohl fühlen wir uns auch nicht. Die Insel selber ist wirklich wunderschön, mit ihren Bewohnern werden wir bis zum Schluss nicht wirklich warm.

Einzige Ausnahme bildet eine Einladung über jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, in einen Privathaushalt zum Essen. Zwei einheimische Frauen, die über Farmland verfügen und sich so ihren Lebensunterhalt verdienen, kochen auch mal für Freunde. Wir werden mitgeschleppt. Es ist das erste Essen, was uns wirklich schmeckt. Sie sind warmherzig und offen, der Abend ist toll und wir erfahren mehr über das Leben auf St. Vincent. Auf dem Rückweg in den Süden sollen wir wiederkommen. Dann bekommen wir frisches Obst und Gemüse von Ihnen. Ich glaube, das machen wir.

3 Kommentare

  1. Meine liebe Cousine und Cousinenmann! Auch wenn ich fast nie schreibe – lese ich alles – und freu mich über die Geschichten. Ich habe gestern mit der Post einen dicken Katalog für Segelschiffzubehör bekommen – ihr wisst – da wo ich für euch einkaufen gehe – wo soll ich den hinschicken – würde : Beate und Reiner, Segelyachthafen , Karibik, reichen ? Was glaubt ihr? Eure Sabine

  2. Probier doch mal aus und wir gucken was passiert. Schreib sicherheitshalber noch Winward Islands dazu.????

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