Es ist vollbracht…

meine naive Malerei.

Nachdem wir tagelang an den hunderten von Logos an der Kaimauer entlangschleichen, nimmt der Plan Gestalt an. Aber Eile mit Weile, es will durchdacht sein. Zunächst überlegen wir ca. drei Tage lang, welches denn der beste Ort für unser Gemälde sein soll.

1. Akt

Zu weit unten pinkeln die Hunde dran, fällt aus. Zu weit oben, schlechte Arbeitshöhe, fällt aus. Also möglichst die Mitte. Die Idee hatten aber andere auch schon, die Mitte ist am vollsten. Wir finden schließlich einen Platz am oberen Ende des unteren Drittels. Nach dem Fällen der schwierigen Entscheidung erstmal ein Bier.

2. Akt

Die Farbe muss beschafft werden. Den Laden mit Farbtöpfen und anderem Krimskrams hatte ich schon gesehen. Beim ersten Versuch geschlossen. Beim zweiten Versuch offen. Der Verkäufer spricht englisch und bevor ich meinen Wunsch äußern kann fragt er :” You need colour for the Logo?” Der kann ja hellsehen….. Ich erkläre ihm , dass ich dunkelblau brauche, er geht ans Regal und greift zum Topf. 18 €. Uff.

3. Akt

Eine Schablone muss erstellt werden, da ich ja eher der Typ “Malen nach Zahlen” bin. Und unser Logo besteht nun mal aus einem Kreis mit dem geschwungenen B in der Mitte. Ich male also auf Pappe vor, der Kreis wird aus dem Putzeimer erstellt. Anschließend folgt das Ausschneiden mit der Nagelschere. Immer schön rund.

4. Akt

Die blaue Grundierung soll an die Wand, es geht los. Bewaffnet mit Klebeband für die Ränder, Pinseln, meinem neu erworbenen Farbtopf, Zewarolle ect. stehe ich vor dem Platz meiner Wahl, öffne die Dose und : Helles Türkis ????

5. Akt

Der Versuch, die Farbe umzutauschen scheitert. Der Verkäufer vom Vortag ist nicht da, die Diensthabende spricht nur schlecht englisch. Als ich meine 18 Euro zurück haben möchte, da in der Dose nicht annähernd die Farbe ist die vorne draufsteht, entschwinden auch die letzten Englischkenntnisse. Sie erzählt mir noch etwas von “manana” (morgen) und ich verlasse den Laden wieder. So komme ich auch nicht an die Farbe. Im Marinabüro  schildere ich mein Problem und bekomme die Adresse samt Stadtplan für einen Malereibedarf. Hätte ich mal gleich gefragt….Der neue Laden hat zwar auch erstmal zu und unter der Telefonnummer ist auch niemand zu erreichen, sieht aber durch das Fenster sehr vielversprechend aus. An Tag 6 habe ich dann Glück. Der Laden ist geöffnet, der Verkäufer spricht gutes Englisch und hält mir eine Farbpalette unter die Nase. Ich wähle (erneut) dunkelblau, er schmeißt den Mixer an, zeigt mir das Endergebnis und um ganze 5 Euro erleichtert verlasse ich mit Dunkelblau den Laden.

6. Akt

Jetzt aber los. Das blaue Rechteck wird an die Wand gemalt und nach schneller Trocknung die Schablone aufgelegt und aus weißer Farbe entsteht der Kreis mit dem “B”. Nur noch “Balou 2015” frei Hand darunter und fertig. Und fertig bedeutet in dem Fall, dass ich noch etliche Male nachmalen muss, da die Farbe unter der Schablone entlang läuft. Das Weiß stammt übrigens aus dem ersten Laden…..

Nun ist es aber tatsächlich fertig. Sicherlich nicht unbedingt künstlerisch wertvoll, aber der Reisesegen ist uns sicher. Wie an der Erledigung dieser Aufgabe zu sehen ist, hat sich unser Workflow beträchtlich verlangsamt. Ich wage mal zu behaupten, dass ich zu Hause maximal zwei Tage benötigt hätte, weil die Farbe ja zwischendurch trocknen muss. Auf einem Schiff lebend, dauert alles – und damit meine ich alles- mindestens dreimal so lange und ist viermal so umständlich. Nicht erwähnt habe ich dabei, dass Pinsel und Farbverdünner natürlich ganz weit unten in der letzten Kiste verstaut sind und erst das halbe Schiff auseinander genommen werden muss, um dorthin zu gelangen. Glück gehabt, dass die Fischies den Künstlerbedarf weiter vorne gestaut haben.

Wand6

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