Eindrücke

Wir sind jetzt seit 5 Tagen hier und sind immer noch tiefenentspannt. Ganz einfach, weil es hier so schön ist. Diese Ecke der Bretagne ist ganz sicher eine Reise wert, egal ob mit dem Schiff, mit dem Auto oder dem Fahrrad. Wir sehen eine raue Küste mit feinen Sandstränden, wir sehen kristallklares Wasser, das hunderte von Metern zwischen den Gezeiten zurücklegt. Am Eindrucksvollsten ist das immer noch an der Kaimauer und der Treppe zu den Stegen im Hafen zu beobachten. Bei Hochwasser ist die Gangway so steil, dass man sich am Geländer mit hochziehen muss. (Mein Fahrrad muss dann leider immer Reiner holen????) Bei Niedrigwasser verläuft die „Treppe“ fast waagerecht.

Auf dem Weg ins Dorf: Der Schiffsfriedhof. Hier lösen sich, immer noch angeleint, alte Schiffswracks langsam aber sicher auf und werden den Elementen überlassen. Ich kann stundenlang davor stehen bleiben und sehe vor meinen Augen, wie sich die Fischkutter wie bei George Clooney in „Der Sturm“ durch die See gekämpft und fast verloren haben. Zerborstene Fensterscheiben, gerissene Planken. Jedes mit seiner eigenen Geschichte. Direkt daneben die alte Seefahrerkirche mit Steuerrädern, kleien Segelschiffen und Netzen neben den Intarsien.

Ebenso fantastisch ( zumindest für uns ) ist die Vielfalt an Muscheln und Schalentieren. So unglaublich leckere Muscheln haben wir noch nirgendwo gegessen. Und so günstig auch nicht. Gestern gab es für ganze 6€ 1,5 kg Muscheln, die sogar schon geputzt waren. Wir sind schon am überlegen, wie oft man eigentlich Muscheln essen kann, bevor man eine Schwermetallvergiftung bekommt. Aber wahrscheinlich sind die bretonischen Muscheln ja gar nicht so wild belastet wie bei uns, schließlich gibt es die hier tonnenweise und sie gehören offensichtlich zu den Grundnahrungsmitteln. Und die Bretonen werden auch alt.

Schließlich und endlich gefällt uns der Bretone selbst. Nach unserer bisherigen Erfahrung freundlich, aber nicht aufdringlich und, oh Wunder, zumeist der englischen Sprache mächtig. Am Zebrastreifen wird angehalten und Reiner wird auf dem Weg zum Bäcker von einem Autofahrer gefragt, ob er ihn mitnehmen soll. ???? Wer hätte das gedacht.

Fast schon leider tut sich am Freitag/Samstag ein nahezu perfektes Wetterfenster (so ein bescheuertes Wort) auf, welches der halbwegs belichtete Segler auf keinen Fall ziehen lässt. Nördliche bis östliche Winde zwischen 10-20 Knoten. Kein Tief in der Nähe oder im Aufbau, so dass die Wettersituation über mehrere Tage stabil bleibt. Na abwarten, es ist ja erst Mittwoch.

 

6 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden,

    Paul ist nächste Woche in der Bretagne….aber da seid ihr wahrscheinlich schon wieder weg….er war ja schon ein bisschen enttäuscht, als ich ihm erzählte, dass ihr England auslassen musstet 😉

    Lasst es euch weiterhin gut gehen!!!!

    Suzy

    • Hallo Suzy,
      Ich fand es auch schade das wir England auslassen musste. Aber es war die Richtige Entscheidung, Freunde die ab Calais nach England abgebogen sind hängen immer noch fest und das Leben ist hier um einiges besser. Das haben auch die Engländer festgestellt, die sind alle hier. Es gibt sogar zwei Pubs hier.
      So wie es aussieht geht es am Freitag weiter nach Spanien.
      Grüße auch an die Ex – Kollegen
      Reiner

  2. Hallo Balou-Crew, mit Interesse verfolgen wir eure Reise und wünschen alles Gute für die Überquerung der Biskaya. Wir sind im Jahr 2014 gestartet und im Januar 2015 mit der Atlatic Odyssey von La Palma aus nach Martinique gesegelt. Hoffentlich habt ihr ähnlich gute Bedingungen – wir wünschen es euch. Alles Gute von der Sunrise-Crew, Elke und Walter

    • Hallihallo,
      Das ist ja nett. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass wir Euren Blog auch lesen, man liest ja vorher alles was Buchstaben hat…. Insbesondere die Überfahrt hat uns natürlich sehr interessiert. Ich glaube ihr wart auch in der zweiten Truppe, oder? Wir haben noch keine richtige Ahnung, wie es da drüben in welcher Richtung weitergeht. Ihr werdet dann ja wahrscheinlich schon weiter sein.
      Wir rutschen am Freitag oder Samstag erstmal nach Spanien rüber. Das Wetter sieht gut aus.
      Lg Beate und Reiner

  3. Beate, du hast ja wieder die warme Jacke an!!!!!!!
    Ich muß hier bei 32 ^Grad schwitzen und das Vorwort zum Turnier schreiben!!!!!!!!!!
    Lg Mone

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