Vive la France oder Abenteuer die 1.

Samstagfrüh, 6 00 Uhr. Nach den Frustwettervorhersagen der letzten zwei Wochen legen wir trotz Restwelle nach dem kleinen Sturm mit ablaufendem Wasser ab und wollen die 35 Seemeilen bis zum nächsten Hafen irgendwie schaffen. Alles was Flügel bekommen könnte, wird gut verstaut, ein Brot geschmiert und wir legen ab. Tatsächlich empfängt uns draußen eine beachtliche Welle, die aber gar nicht so furchtbar ungünstig angerollt kommt. Tatsächlich empfängt uns draußen aber auch ein Wind, der entgegen der Vorhersage segelbar ist. Wir haben das Gefühl, unser Schiff segelt sich ein und wir schaffen einen harten Amwindkurs mit bis zu 8 Knoten. ( Abzüglich der Tidenschummelei immer noch ok). Endlich, ein breites Grinsen macht sich breit. Weil es so gut läuft und wir im Rausch sind, beschließen wir, den nächsten Hafen Zeebrügge in Belgien anzulaufen. Der Wind hält entgegen der Vorhersage an. Nach Zeebrügge denken wir an Nieuwpoort und zu guter letzt an frisches Baguette zum Frühstück in Frankreich. Wir haben einen Lauf, meckern hilft eben manchmal doch.
23.00 Der Wind ist inzwischen eingeschlafen und der Motor läuft wieder. Diesmal stört uns das nicht, wir konnten ein großes Stück super segeln. Ich habe Wache, Reiner schläft. Rechts neben mir ein rot blinkendes Windfeld, links die beleuchtete belgische Küste, in der Ferne ein Feuerwerk.
0.30 Uhr Wir queren das Fahrwasser vor Zeebrügge. Plötzlich hält von Backbord ein Schiff ohne AIS auf uns zu., das heißt, ich kann auf dem Plotter nicht sehen, wie schnell und wohin er fährt. Ich sehe nur ein rotes und ein grünes Positionslicht, was bedeutet er kommt frontal auf uns zu. Mir scheint die Geschwindigkeit hoch zu sein, ich gehe mit unserer Geschwindigkeit runter, in der Hoffnung, dass er vor mir durchfährt. Im nächsten Moment werde ich heftig von einem großen Scheinwerfer geblendet und kann definitiv nichts mehr sehen. Ich brülle Reiner aus dem Bett, Rambo dreht ab. Aber nur, um eine neue Blendattacke zu starten. Diesmal kommt er von hinten auf uns zu, richtet seinen Scheinwerfer so auf uns, dass wir uns die Augen zuhalten. Inzwischen haben wir ein blaues Blinklicht erkennen können. Polizei? Wir werden jedoch nicht auf dem Funkgerät angerufen. Karolina, die hinter uns fährt, geht es genauso. So schnell wie der Spuk begonnen hat, ist er plötzlich auch wieder zu Ende. Rambo dreht ab und verschwindet wortlos, während ich ihm noch unschöne Wörter hinterher rufe.
3.00 Uhr Mein Puls ist wieder unten und wir schlängeln uns durch das enge Fahrwasser nach Dunkerque.
06.00 Uhr Nach 24 Stunden erreichen wir ohne weitere Zwischenfälle Dunkerque, und trinken als Anleger einen Barcardi-Cola, bzw. Gin-Tonic. Hatte ich auch schon lange nicht mehr um diese Uhrzeit….. Und zum Frückstück einige Stunden später gibt es frisches. Baguette.????

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