Nordseesegeln

Wir sitzen hier -mittlerweile in Ijmuiden – mal wieder fest, weil es kachelt bis zu 35 Knoten. Für  Nichtsegler: Windstärke 8. Inzwischen fängt uns das Ganze etwas an auf den Nerv zu gehen. Seit wir durch den Kanal gefahren sind, bläst der Wind entweder gar nicht, oder genau von vorne. Beides ist Mist und für lange Kreuzschläge ist hier wegen der vielen Fahrwasser wenig Platz. Die Großwetterlage ist weiterhin stabil schlecht, es ist nach wie vor keine Änderung abzusehen. Aus Westen kommen in dichter Reihenfolge die Tiefs über den Atlantik, die den Westwind bringen. Eine Verlagerung des Azorenhochs würde helfen. Aber nichts. ????

Dazu kommt noch, dass man hier in der Nordsee nicht so einfach wie in der Ostsee auch wenns mal nicht so passt, einfach losfahren kann.  Segel gut trimmen, Platz für andere Wege, irgendwas geht immer.Es gibt ja noch die Tide! Und die ist nicht zu unterschätzen. Hat man jetzt also den Wind von vorne und quält sich mit 6 Knoten Geschwindigkeit vorwärts, mag das ja bei mitlaufendem Strom noch gehen. Wenn die Strömung dann nach 6 Stunden aber kippt, wird man heftig ausgebremst und plötzlich sind nur noch 4 Knoten auf der Logge. (dem Tacho). So richtig reelles Segeln findet hier nicht statt, denn man segelt nie die Geschwindigkeit des Schiffes, sondern immer entweder plus oder minus. Vielleicht ist das ja Gewöhnungssache, wir finden, dass das immer geschummelt ist. Anderen geht das genauso. Als gestern die Karolina einlief, war in etwa der dritte Satz:“ Man, ist das ätzend mit der Strömung.“

Heute Nachmittag steigt auf dem Nachbarschiff ein erfahrenes Crewmitglied zu, das die Strecke zu den Kanalinseln schon öfter gesegelt ist. Vielleicht weiß der ja wie’s geht und wir sind einfach zu blöd. Wir werden sehen. Ansonsten eben weiterhin 6-stündige Schummelei gegen Wind aus Westen.

PS: Hatte da nicht jemand gesagt, nach West kommt Ost ? Da kommt nix……????

3 Kommentare

  1. Hallo ihr Beiden,
    das ist nicht nur ein Nordseeproblem. Die Ägäis mit ihrem Meltemi hat es auch in sich. Wir durften/mussten das ein oder andere Mal im Hafen oder Bucht bleiben, weil es draußen heftig oder voll auf die Nase kam und ein aufkreuzen wenig gebracht hätte.

    Derzeit sitzen wir in Plomariou/Lesbos und warten dass sich der Meltemi wieder beruhigt bzw. ein wenig auf NordWest geht. Wir haben nur 20 Seemeilen, aber die gegen 25-30 Knoten macht es keinen Spaß.

    Nach nun fast drei Monaten an Bord haben wir uns schon die Ruhe gefunden bzw. daran gewöhnt, die „Ruhepausen“ zu nutzen und sich nicht darüber aufzuregen.

    Wir drücken euch ganz dollll die Daumen, dass ihr bald wieder weiter könnt.

    Herzlichen Gruß aus Lesbos
    Edith und Herwart

    • Hat geklappt das Daumen drücken!!! Wenn wir nicht die Biscaya im Nacken hätten, die möglichst im August überquert werden sollte, würden wir das auch lockerer sehen. Aber jetzt gibt es erstmal Baguette und Käse.

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