Auf See

Die ersten 24 Stunden sind um, die ersten 12 davon waren so ziemlich das Ekelhafteste, was wir bisher erlebt haben. Als wir gestern Nachmittag beschließen, abzulegen, hat der Wind etwas nachgelassen und soll im Laufe des Abends auf nördliche Richtung drehen. Wir wissen, dass die ersten 2-3 Stunden wahrscheinlich eher ungemütlich werden, da noch Böen bis 25 Knoten und eine Restwelle von 1,5 m angesagt sind. Nicht schön, aber machbar.
Als wir aus dem Hafen kommen, denken wir erst noch, es könnte schlimmer kommen. Es kam schlimmer. Die Welle nimmt zu bis zu 3m Höhe ( ich kann im Wellental weder den Horizont, noch das Land sehen), sie kommt von vorne, der Wind bläst aus vollem Rohr pfeifend im Rigg. Wir kommen kaum von der Stelle. Gegenan motoren ist sinnlos, also mit kleinem Segel kreuzen. Wir kommen auf eine Geschwindigkeit von 2-3 Knoten. Und das über mehrere Stunden, da weder der Wind nachlässt, noch die Welle abnimmt. Das Abendbrot fällt aus, kein Topf der Welt würde unter diesen Bedingungen auf dem Herd bleiben, und mir wird zum ersten Mal schlecht. Nicht dramatisch, aber eben so, dass man sich nicht mehr bewegen möchte.
Erst gegen morgen wird es ruhiger und wir fallen abwechselnd in den Schlaf der Erschöpfung. Wahrscheinlich überflüssig zu sagen, dass sich auch der Wind erst gegen morgen nördlicher dreht. Wir haben in den ersten 12 Stunden ganze 20 Seemeilen zum Ziel geschafft!

Angenehm überrascht sind wir dennoch vom Schiff, dass sich ohne großen Krawall artig durch die Berge gekämpft hat. (Wenn man mal vom Holzgeknarre innen absieht).

Jetzt ist Ruhe. Die Sonne scheint, wir sind in Höhe Cherbourg und werden heute Nacht die Kanalinseln passieren. Leider nur passieren, da zum Wochenende das nächste Tief mit zuviel Wind anrückt.

Bis Morgen

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