American way of life

Wie zu erwarten nimmt der Stress zu. Wir haben das Gefühl, dass der Zähler doppelt so schnell runter läuft und die restlichen Termine und noch zu erledigenden Aufgaben im Gegensatz dazu umgekehrt proportional irgendwie mehr werden.

Ein besonders netter Punkt der Liste ist die Beantragung der Visa für die USA. Da wir mit dem Schiff einreisen, reicht das “normale” ESTA-Visum nicht aus. Dies gilt nur für Reisen mit dem Flugzeug und mit Rückflugticket. Wir benötigen also ein längerfristiges (10 Jahre Gültigkeit!), um im Zweifel irgendwann auf unserer Reise auf USA-Territorium anlanden zu können. Da wir bis jetzt noch keine Ahnung haben, wo wir im Anschluss an die Karibik überhaupt hinwollen, haben wir beschlossen das Visum vorher zu beantragen. Ein weiser Entschluss, denn mal eben von unterwegs wird das schwierig.

Zunächst benötigt man wie bei allen Papieren ein Passbild. Dieses Passbild hat aber besondere Maße, wer glaubt er habe noch eins vom letzten Perso und könne dies nehmen, hat sich geirrt. Also ab zum Fotografen. Und auch hier reicht ein normales Foto von vorne, “sie dürfen etwas freundlich gucken”, nicht aus. Die Fotografin zupft an meinen Haaren, weil die eigentlich immer wirr durch die Gegend stehen, versteckt den Kringel hinter dem Ohr, richtet manuell meinen Kopf aus und drückt ab. Kein Kommentar……

Sind die Bilder fertig, geht es per Internet ans Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars. Neben den normalen Angaben über Eltern und Rest der Familie folgt der berufliche Teil, bei dem auch die Telefonnummer meiner letzten Chefin angegeben werden muss. Na die wird sich freuen……Jedesmal, wenn auch nur im Ansatz eine verdächtige Tätigkeit auftaucht, klappt sofort ein neues zusätzliches Fenster auf. Reiner war bei der Luftwaffe.

Im folgenden Teil wird es spannend und ich frage mich, ob es tatsächlich Menschen gibt, die die Fragen, ob sie schon mal an einem Völkermord beteiligt waren, Frauen zwangssterilisiert haben, Waffen schmuggeln oder an Geldwäsche beteiligt sind, mit ja beantworten.

Wenn dann alle Fragen beantwortet sind und die Bilder eingescannt, kann das Formular an die Botschaft gesendet werden. Von da bekommt man dann einen Termin zum Vorstellungsgespräch, um nochmal das wie, wo und warum persönlich zu erläutern. Wenn der Test bestanden ist, dauert es weitere 10 Tage, bis man seinen Pass mit dem nun gültigen Visum erhält.

Und am Schönsten daran ist, dass wir überhaupt noch nicht wissen, ob wir das Ding überhaupt brauchen.

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