Wassergenerator

Eigentlich sind Wassergeneratoren für Segler ideal. Während des Segelns wird Strom produziert, so dass der Autopilot, Navigationsgeräte, Kühlschrank, Beleuchtung etc. betrieben werden können und das, so lange man mehr als 3-4 kn Geschwindigkeit fährt.

Es gab immer mal wieder den Versuch die Wasserkraft zu nutzen, um Strom zu erzeugen. So gab es Wellengeneratoren, also eine Riemenscheibe auf der Schiffswelle die über einen Keilriemen eine Lichtmaschine angetrieben hat. Der Nachteil war einmal der mechanische Aufwand und es brauchte schon eine gewisse Wellenumdrehung ehe ein Strom produziert wurde.

Eine andere Entwicklung war ein Generator, der an der Reeling hinten angebracht wurde und mit einer langen Leine (>30m) mit einer Propellerschraube an der  Welle des Generators befestigt war. Der Vorteil hier war, dass der Generator nicht im Wasser hing. Der Nachteil: Die lange Leine, die man hinter sich her schleppte bremste das Boot merklich ab und es war schon ein Kraftaufwand die Leine mit der Schraube wieder reinzuholen.

Watt&SeaSeit dem Barcelona World Race 2011 machten hydraulische Wassergeneratoren von sich reden, die am Heck befestigt ins Wasser geklappt wurden und erheblichen Strom produzierten ohne messbaren Einfluss auf die Bootsgeschwindigkeit. Da sie auf Leichtigkeit (Gehäuse bestand aus Carbon) getrimmt waren und mehr als 20A erzeugten waren sie extrem teuer.

DuoGenEs folgten einige anderen Konstruktionen von der Fa. Eclectic Energy und Fa. Swi-Tec. Der DuoGen von der Fa. Eclectic Energy ist grundsätzlich eine ideale Erfindung. Am Ankerplatz nutzt man ihn als Windgenerator und während der Fahrt als Wassergenerator. Leider hat er einen entscheidenden Nachteil: Durch die Masse der sich drehenden Teile braucht es deutlich mehr Windgeschwindigkeit und Bootsgeschwindigkeit ehe er anfängt Strom zu produzieren.
Mittlerweile gibt es eine Version nur als Wellengenerator (SailGen). Vorteil hier ist, der Generator ist außerhalb des Wassers. Der Nachteil, die Hilfswelle mit den Umlenkgetrieben unterliegen einem Verschleiß und er ist der Schwerste von allen.

HydroChargerDer Hydro Charger der Fa Swi-Tec war, als ich ihn das erste Mal sah, mein Favorit. Ähnliches Prinzip wie das teure HiTec Teil von Hydrogen für einen Bruchteil der Kosten. Man konnte ihn an der Reeling befestigen und somit brauchte man keine Löcher ins Heck zu bohren. Außerdem ließ er sich leicht auf die andere Seite montieren, wenn man den Bug beim Segeln wechselte.
Leider gab es dann jedes Jahr einige Veränderungen. Als erstes wurden die Rundstähle auf Vierkantstähle geändert und als ich das Teil bestellen wollte, verschwand die Reelingsversion. Eine Nachfrage ergab, dass nach Möglichkeit nur noch die direkte Heckmontage empfohlen wurde.

Eine andere Alternative ist der Generator von A. Horn vertrieben über die Fa. SailnSea. Entstanden aus einem Selbstbau und weiterentwickelt, vermarktet er nun den Schleppgenerator. Vorteil: Der Günstigste von allen und auch sehr effektiv. Nachteilig ist an dieser  Konstruktion, dass sie zur Seite weggeklappt wird und dann die Gefahr besteht, dass bei einer Kollision mit einem Fremdkörper  der Generator beschädigt wird. Weiterhin wird kein Ladegerät angeboten. Mit den angebotenen Gleichrichtern muss man das Ganze im Auge behalten, da sonst die Batterie zerstört werden könnte, wenn nicht rechtzeitig bei voller Batterie der Generator aus dem Wasser genommen wird. Das könnte man allerdings ändern indem ein Ladegerät anstelle der Gleichrichter eingesetzt wird.

Wassergenerator Vergleich

5835861550_d022c8c9da_zIn der Zwischenzeit brachte die Fa. Hydrogen auch eine Cruising Version heraus, die nicht aus Carbon gefertigt wurde, sondern aus Aluminium. Aber immerhin noch 5000 Euro kostete! Seit 2014 gibt es noch eine Version mit halbierter Gesamtleistung (von 600 auf 300 Watt). Für ca. 3500 Euro eine interessante Alternative zu den anderen Varianten, da bei 7kn noch 13 A oder 20 A (abhängig vom Propellerdurchmesser) erzeugt werden, was selbst für meinen Verbrauch ausreicht.

Für mich war wichtig, dass ich keine weiteren Löcher in den Rumpf bohren muss und den Generator leicht von Steuerbord auf Backbord wechseln kann, je nachdem auf welchem Bug man segelt. Weiterhin kommt bei uns nur die Badeplattform als Befestigung in Frage, somit muss der Generator vor Anker leicht demontierbar sein. Damit spielte für meine Entscheidung auch das Gewicht eine Rolle und wir entschieden uns für den Watt & Sea     Cruising 300 mit 280mm Propeller.

4 Kommentare

  1. Hallo,

    wie sind denn die Erfahrungen mit dem Watt & Sea? Tatsächliche Leistung, Zuverlässigkeit, Solidität etc.? Das würde mich interessieren, weil ich beabsichtige, einen Hydrogenerator zu installieren..

    Beste Grüße

    WM

    • Hallo,
      tja ganz ehrlich, hatte einige Probleme bei der Installation. Die Stecker vom Generator in den Regler sind nicht einfach zu installieren. Bin aber nicht der Einzige, mittlerweile gibt es ein Video worauf man bei der Installation zu achten hat.
      Da ich die Funktion nur beim Segeln überprüfen kann, wobei es mittlerweile auch hier eine Anleitung gibt, wie der Generator auch auf Land überprüft werden kann, hat sich all das ganze hingezogen. Leider kann man den Service von Watt&Sea vergessen. Auf Email an die normale Adresse wird nicht geantwortet, als ich denn von meinem Verkäufer des Generators eine Service Adresse bekam wurde zwar immer nach zwei Tagen geantwortet aber jedesmal von einem neuen Mitarbeiter und die gleichen Fragen die ich bei dem vorherigen Mitarbeiter schon beantwortet habe.
      Problem war das nicht die zugesagte Power herauskam und der Generator bzw der Regler dauernd ein und ausschaltet. Habe dann meinen Verkäufer, Fa. Yachtbatterie, wieder eingeschaltet der dann sofort eine Rücksendung des Generators veranlasst hat. Also derzeit warte ich darauf das das Teil repariert zurückkommt.
      Bin immer noch von dem Generator überzeugt, insbesondere da ich auch zufriedene Segler mit dem Watt&Sea Generator getroffen habe. Also die Hoffnung stirbt zum Schluss.

      Liebe Grüße von der BALOU
      Reiner

  2. Moin Reiner!
    Wir werden wohl das Gerät von Armin installieren. Werde ihn zu dem Ladeproblem nochmal ansprechen. Wir, Anne und ich, segeln Mitte Mai mit unserer „Zanzibar“ (eine Beneteau 50) von Cuxhaven Richtung Kanaren los.
    Jetzt muss noch so einiges eingebaut und eingeladen werden.
    Hast du eine Quelle für Seekarten?

    Gruß

    Stefan

    • Hallo Stefan,
      glaube das ist keine schlechte Wahl. Mittlerweile bietet Armin auch einen Regler an. Mit Watt&Sea habe ich einige Probleme, die die hohen Kosten nicht rechtfertigen. Würde mir heute auch den von Armin installieren. Werde wenn ich Zeit habe meinen Blog aktualisieren.
      Seekarten gibt es günstiger http://www.bookharbour.com.

      Viel Spaß bei der Vorbereitung
      Reiner

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