Messenachlese

Dinge ändern sich

Vorletztes Wochenende waren wir ein vorerst letztes Mal ( der Ausdruck entwickelt sich zum Unwort des Jahres!) auf der „Boot“ in Düsseldorf.Ich kann mich noch gut an unsere ersten Messebesuche erinnern, insbesondere nach dem Kauf des Schiffes.

Wir gingen durch die Hallen und hatten das Gefühl: Brauchen wir unbedingt, wollen wir haben, müssen wir kaufen, ist unbedingt erforderlich usw. Einen kleinen Teil davon haben wir tatsächlich gekauft, den Größeren nicht. Ich will mal gar nicht behaupten, dass wir inzwischen nicht super ausgestattet sind für eine lange Reise, aber im Laufe der Vorbereitung und zunehmender Segelerfahrung haben wir auch festgestellt, dass man eben einige Dinge nicht zwingend braucht. Muss man einen Parasailor für viele tausend Euro haben, oder kommt man eventuell auch mit alternativen Segelkombinationen über den Teich? Muss es wirklich die neueste Version des Raymarineplotters sein die einen vor dem ertrinken rettet, oder tut es der 5 Jahre „alte“ E 80 eventuell auch? Müssen zwangsläufig Bootstischler sein, die altes durch neues Teak oder Mahagoni ersetzen, oder kann man vielleicht auch selber schleifen und streichen?

Dieses Jahr fiel uns jedenfalls auf, dass wir ziemlich tiefenentspannt durch die Hallen spazieren gehen konnten mit den Gedanken: Haben wir schon, brauchen wir nicht, ist nicht erforderlich oder auch können wir selber!

Mal abgesehen davon, dass das Geld nicht aus dem Wasserhahn kommt sind wir inzwischen aber auch der Meinung, dass es nicht immer das Teuerste auf der Messe mit seinen SUPERSONDERANGEBOTSMESSEVORZUGSPREISEN sein muss. Da wir noch keine wirklich robuste Angelausrüstung haben, haben wir auch die Fischecke besucht und haben uns dann beraten lassen. Ein kompetent wirkender und redegewandter Angelverkäufer  hat uns (fast) glaubhaft versichert, dass wir mit seinem wirklich tollen Messeangebot für eine Angelrute mit Rolle für 500 Euro ganz toll bedient wären. Ich konnte meinen Reiner gerade noch wegziehen und mich freundlich verabschieden…… Wie wir inzwischen aus sicherer Quelle von netten zukünftigen Langfahrtskollegen (derzeit auf Gran Canaria) erfahren haben, gibt es brauchbare Alternativen. (Nette Seite übrigens: www.atanga.de)

Gekauft haben wir aber dennoch etwas. Meine Segeljacke löst sich leider etwas in seine Einzelbestandteile auf. Also musste eine neue Jacke her. Und wie wir ja gelernt haben, ist auf der Messe alles günstig. Also zum Mustostand und nach der wirklich robust wirkenden HPX Jacke in kleinster Größe geguckt. Leider gibts die nicht für Frauen (Läuft da nicht gerade eine heiße Diskussion bei Facebook über segelnde Frauen?) Na gut, wir sind ja nicht auf dem Laufsteg, also Männer XS anprobiert. Aber, bei aller Liebe, eine Mischung aus „ich bin zwei Ölfässer“ und Zelt für drei Personen. Die kompetente und redegewandte Fachverkäuferin versicherte mir aber, dass es wirklich für Frauen nicht Vergleichbares auf dem Markt gäbe. Kostet auch nur 800 Euro! (Die Jacke, nicht der ganze Stand). Mir fiel dann gerade noch rechtzeitig ein, dass eine bekannte deutsche Seglerfamilie tatsächlich die Fahrt nach Patagonien und Feuerland mit einer Segeljacke einer anderen Firma überlebt hat. Soweit ich weiß, ist nichts bekannt über abgefallene Gliedmaßen. Diese Firma führt auch Damen und Kindergrößen. Und siehe da: Meine Größe vorhanden, sitzt und kostet die Hälfte.  Der einzige Nachteil: Die Farbe. Koralle! 😯

Beate_Jacke

Aber jetzt wollen wir mal nicht kleinlich werden. Außerdem: Sollte ich über Bord gehen bin ich suuupergut zu sehen und unter Wasser werde ich ruckzuck zum Schwarmfisch und finde schnell viele Freunde…

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Kaufrausch-Süchtigen,

    ein kleiner Tipp noch am Rande:
    Da Ihr ja auf jeden Fall über Gran Canaria weiter in die Ferne streben werdet, kommt eine Woche früher als geplant. Alle Ersatzteile, die man sich gerne in den Schiffsbauch packt für die lange Weltumsegelei, bekommt man hier garantiert und garantiert günstiger.
    Nur ein Beispiel von Hunderten: unsere Bilgepumpe, eine Safari, kostet bei SVB über 70 EUR, hier nur 43 EUR.
    So zieht es sich durch alle Gewerke, Anoden, Schäkel, Schrauben, Solarpanele, Ölfilter und und und. Auch Tauchanzüge, ein 5mm Damenteil ist hier für unter 100 EUR zu bekommen. In DE kostet der das Doppelte, wenn das reicht.

    Fazit, alles, was ihr, auf der immerhin auch über 2.000 sm langen Strecke hierher, nicht benötigt, erst hier kaufen.

    LG aus Las Palmas
    Sabine

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