Welches Energiekonzept ?

Man könnte meinen, dies ist eine einfache Frage. Geräteträger mit Solarpanels und Windgenerator und fertig…

Wenn man aber die einschlägigen Blogs verfolgt, kommen die einen damit aus,  andere müssen aber doch stundenweise den Motor mit der Lichtmaschine zur Unterstützung mitlaufen lassen. Also hängt es stark von den eigenen Gewohnheiten,, dem Komfort und der Größe des Schiffes ab. Weiterhin gibt es noch Wünsche wie die von meiner Frau, die  nach Möglichkeit keinen Gerätetrager am Heck wollte: “ Verunstaltet das Schiff“. Den Motor wollte ich nur im äussersten Notfall zur Energieerzeugung nutzen, welches auch für unseren eingebauten Dieselgenerator gilt, noch ein Teil um das man sich kümmern muss.

Also musste als allererstes eine Energiebilanz zur Ermittlung des Energiekonzeptes her. Ich fand es ist sehr schwierig die Bilanz zu erstellen und die unterschiedlichen Gegebenheiten mit zu berücksichtigen, da es keine wirklichen Datenaufzeichnungen gibt. Der Verbrauch beruht auf Annahmen (Einschaltdauer) und bei der Energieerzeugung gibt es meist nur Prospektangaben und die beruhen zum größten Teil auf Labordaten. Die anschließende Tabelle zeigt den Versuch einer solchen Energiebilanz. Es interessierten mich drei verschiedene Varianten.

  • der Verbrauch beim Segeln
  • vor Anker im Frühjahr oder kältere Regionen mit Nutzung der Heizung
  • vor Anker im Sommer, mit erhöhten Strom für den Kühlschrank z.B. Karibik

Dabei bin ich davon ausgegangen, dass der Motor läuft wenn das Bugstrahlruder und die Ankerwinsch genutzt werden, daher sind dafür keine Ströme angegeben.

Stromverbrauch_Balou_V2.0

EnergieIn der Praxis stimmt diese Berechnung für den Verbrauch ungefähr: Wir beobachteten auf der 24V Seite ca 5A und auf der 12V Seite bis zu 10A beim Segeln. Allerdings schalten wir die Gefriertruhe meistens aus und an der 12V Batterie läuft selten das Radar (2,8A) und der Monitor (1A) vom Computer wird bei Nichtbenutzung ebenfalls ausgeschaltet.

Die größten Stromverbraucher sind auf der 24V Seite der Autopilot und natürlich die Gefriertruhe und der Kühlschrank. Der Autopilot könnte durch eine Windsteueranlage ersetzt werden, und nur bei Schwachwinden eingeschaltet werden, wenn eh der Motor läuft. Einsparung ca. 60Ah bei 24V

Auf der 12V Seite sind es die Navigation mit AIS und der Bordcomputer. Hier ist zu überlegen, ob der Bordcomputer dauernd mitlaufen muss oder nur bei kritischen Anwendungen und stundenweise fürs Wetter runterladen und zur Freizeitbeschäftigung (Filme). Einsparung ca. 70Ah bei 12V

Berücksichtigt man die oben genannten Einsparmöglichkeiten, ergibt sich sogar ohne Windgenerator eine positive Energiebilanz beim Segeln. In Verbindung mit einer Windsteueranlage kann der Wassergenerator den Verbrauch komplett decken –  sogar ohne volle Leistung bei den Solarpanels.

Beim Ankern muß auf die Tiefkühltruhe verzichtet werden damit durch das Solarpanel der Verbrauch gedeckt werden kann, allerdings entsteht bei Heizungsbetrieb die Notwendigkeit doch den Dieselgenerator evtl. zeitweise laufen zu lassen.

Daher verzichten wir erstmal auf einen Windgenerator und werden stattdessen einen Wassergenerator anschaffen, dazu ein späterer Artikel. Bei den Solarpanels haben wir uns für 2 x semiflexible 100Wp Module entschieden, die mit Klettband auf dem Bimini befestigt werden. Zwei Standard 100Wp Glasmodule werden mit verstellbareren Haltern an der Reeling Backbord und Steuerbord befestigt.

Bis wir auf den Kanaren sind, haben wir ein halbes Jahr Zeit um das ganze in der Praxis zu verifizieren. Auf dem Weg dorthin werden wir neben Tagestörns auch drei große Schläge machen von 3 bis 4 Tagen an einem Stück und dazwischen immer in Häfen liegen da die Ankermöglichkeiten bis dahin doch sehr eingeschränkt sind. Auf den Kanaren kann man dann gegebenenfalls nachbessern.

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