Kommunikation auf Yachten

Dieser Lehrgang wurde vom Trans Ocean Verein in Kooperation mit INTERMAR durchgeführt und fand in Bad Reichenhall statt. Die Location fand ich erst ungewöhnlich mitten in den Bergen, aber im nachhinein war es gerade durch die Umgebung und dem Seehotel eine gelungene Veranstaltung. So waren Störfaktoren wie Handyempfang und Internetempfang stark eingeschränkt, die Bewirtung des Hotels war einmalig und man hatte die Gelegenheit während der freien Zeit mit erfahrenen Seglern beim Wandern in den Bergen viel Erfahrung auszutauschen. Insbesondere beim abendlichen Bier wurde sehr viel unter den Seglern, aber auch mit den Referenten ausgetauscht und neue Bekanntschaften geschlossen.

INTERMAR  ist ein Verein der Amateur Funker die die Seefahrer unterstützt und betreut. Auf der Frequenz 14.313 KHz finden zweimal täglich Funkrunden statt die von INTERMAR koordiniert werden. Die Netcontroller sind allesamt Segler und erfahrene Amateurfunker die auch am Seminar anwesend waren, auch hier konnte man viele Erfahrungen Abends „abschöpfen“.

Schulungsraum mit Referenten

Schulungsraum mit Referenten

Die Referenten waren:

Dr.R.Clasen, Organisator des Seminars, Mediziner, Segler und Amateurfunker. Bei ihm gefielen mir die Erläuterungen und Beispiele aus „Nichtexpertensicht“. Insbesondere auch umstrittene Anwendungsbeispiele, die bei den Experten oft als ‚Vodoo Zauber“ gelten.

M.Erger auch bekannt unter seiner Internet Seite www.mergerandfriends.de . Ingenieur der Nachrichtentechnik, Mittelmeer Segler und engagierter Amateurfunker. Er ist ein Praktiker, aber auf der anderen Seite müssen die Dinge technisch belegbar und erklärbar sein.

R.Hirche, Weltumsegler (www.sy-kaya.de), Ingenieur der Nachrichtentechnik, Amateurfunker und Buchautor. Er hat sehr viel Erfahrung was die Anwendung von Amateurfunk und PACTOR Modem angeht, beschäftigt sich aber auch als Ingenieur für alle neuen Techniken wie AIS etc.

In dem Lehrgang wurde allgemein die Kommunikationsmöglichkeiten einer Yacht mittels Sprache, E-Mal oder Fax erläutert und die Systeme vorgestellt z.B. wie Satelittensysteme und Funkanlagen. Vor und Nachteile der Systeme und der Anbieter wurden erläutert und diskutiert.

Da es sich bei den Referenten um Amateurfunker handelte, bestand der Schwerpunkt natürlich auf  Kurzwellenanlagen deren Technik und Aufbau. Hier wurde im Detail die einzelnen Komponenten der Anlage vorgestellt sowie in den Pausen an diversen Funkanlagen aktiv demonstriert.

Martin Erger als Praktiker aber auch Fachmann ging durch die einzelnen Komponenten der Funkanlage. Erst in der Theorie, dann aber mit praktischen Aufbautips von professionellen Lösungen bis hin zu günstigen Doityourself Tipps. Dabei konnte er natürlich auch aus seinen Erfahrungen als Yachtbesitzer und Skipper schöpfen. Für mich war es sehr hilfreich und kurzweilig. Nach diesem Lehrgang traue ich mir die Installation der Funkanlage und Zusammenstellung der Komponenten auch unter der Zuhilfenahme von eBay zu.

Rüdiger Hirche hatte den schwierigen Part, er referierte über das PACTOR Modem und der Programmierung anhand des Airmail Programms. Leider ist es nicht so, dass man die KW Anlage mit dem PACTOR Modem verbindet und alles wird gut. Abhängig von der Anlage und Version muss doch einiges beachtet werden. Und wer schon mal ein nicht standardisiertes serielles Gerät an eine Windows Computer angeschlossen hat und sich mit der COM Schnittstelle herumgeschlagen hat, das ist noch die leichteste Übung…
Ich glaube am Ende des Vortrages rauchte uns allen die Köpfe und es hatte sich keiner diese Materie so komplex vorgestellt. Rüdiger Hirsche hat versucht das ganze mit Videos und online Beispielen etwas anschaulicher darzustellen. Aber es bleibt eine komplexe Kiste und nur die eigene Anwendung wird mehr Licht ins Dunkle bringen.

Unterm Strich, der Lehrgang war ein voller Erfolg und sehr nützlich für mich. Am Ende werde ich viel Geld sparen. Vielen Dank an die Referenten und an den TO und INTERMAR und besonders an Dr. Clasen für die Organisation.

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