Willkommen auf der Homepage der Segelyacht Balou

Dies ist die Homepage der Segelyacht Balou. Wir befinden uns seit Anfang Juli 2015 auf Großer Fahrt, um von unserem Heimathafen aus in die Welt und über die Ozeane zu segeln, vielleicht sogar einmal herum. Das passende Schiff haben wir vor einigen Jahren  gekauft und Stück für Stück vorbereitet. Wir möchten mit dieser Seite unsere Familie und Freunde mit auf die Reise nehmen und sie an unseren Abenteuern teilhaben lassen. Außerdem möchten wir von unseren – wohlgemerkt sehr persönlichen – Erfahrungen all denen berichten, die ebenfalls eine solche Reise planen und vorbereiten. Wir haben in den letzten Jahren sehr profitiert von unseren Vorgängern und möchten dies auch an unsere Nachfolger weitergeben.

Beschwerden…….

…..von allen Seiten. Die Morgenlektüre fehlt, die Schwiegermutti weiß nicht, was das Kind so treibt. Fragen, ob alles in Ordnung ist, treffen ein. Es ist alles in Ordnung. Ziemlich. Fast.

Reiner nimmt das Schiff auseinander und findet pausenlos Dinge, die erneuert werden müssen. Ausgeschlagene Lager und Hülsen, überdehnte Seile und löcherige Fugen, durch die das Wasser von oben ins Boot läuft. Selbst unsere Sprayhood meint plötzlich, sich von ihren Fenstern trennen zu müssen. Holz muss lackiert werden. Klingt irgendwie nach einer längeren Aktion.

Ein Gutes hat die Großbaustelle allerdings. Endlich haben wir nach über einem Jahr die Ursache für ein Knacken im Mast/Baumbereich gefunden.

Seit wir in der Karibik segeln, knackt es beim Segeln am Mast. Und zwar bei Halb- bis Raumwindkursen. Der Verdacht fällt schnell auf den Niederholer, der verhindern soll, dass der Baum steigt. Bei Am-Windkursen ist Ruhe, da ist kein Zug auf dem Niederholer. Auch wenn gerefft wird, ist Ruhe im Karton. Wir suchen seit Monaten nach der Ursache, zumal das Knacken lauter wird. Es ist ein ekelhaftes metallisches Knacken, welches mir unterwegs zuletzt Schlaf und Nerven geraubt hat. Immer mit leiser Erwartung des großen finalen Knalls.

Viele Ratschläge haben erhalten, alles ausprobiert und kontrolliert. Bisher ohne Erfolg. Wir haben sogar den Niederholer abgebaut und eine Ersatzleinenverbindung geschaffen. Nichts, es knackte weiter. Stund um Stund sind wir mit „Ohrauflegen“ gesegelt, um die Stelle zu lokalisieren. Ohne nenneswertes Ergebnis, nur den Bereich konnten wir eingrenzen..

Nun demontiert Reiner den Beschlag vom Niederholer vom Mast, auch hier muss ein neuer Bolzen eingepasst werden. (Da der Beschlag genietet ist, konnte er bisher nicht so einfach demontiert werden). Und da kommt das Problem zu Tage.

Auf einer Seite sind sämtliche Nieten gebrochen. Das ganze Teil hat sich bei kleinstem bißchen Druck verkantet und bereits begonnen, sich in den Mast zu arbeiten. Das passt genau zu dem Knackgeräusch, das uns seit Monaten verfolgt. Kleine Ursache, große Wirkung. Neue Nieten sind kein Problem.

In der letzten Saison sind wir viele Seemeilen gesegelt. Von Trinidad über den Antillenbogen nach Mexiko und Belize, von dort aus nach New York. Wir hatten häufig viel Wind und Welle. Eine große Belastung für das Material. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Bei uns gibt es zur Zeit viele Späne, die beseitigt werden müssen. Vom Geld, das dabei vom Konto beseitigt wird, wollen wir mal nicht erst reden.

Und die nächste Geschichte handelt vom Blitzeinschlag und unserem nicht erhältlichen Antfouling. 🙄

 

Ist die Katze aus dem Haus,….

…..tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Die gute Nachricht zuerst: Die Balou und die That’s Life sind gut in Deltaville angekommen.
Die schlechte Nachricht: Gestern erreichen mich besorgniserregende Bilder aus der Chesapeakebay. Der Mann dreht durch.

Noch in der Bucht vor Staten Island vertüddelt sich eine Leine von unserem Kanu im Bugstrahlruder. Das Wasser in der Bucht ist aber so ekelig, dass da niemand lange drin herumschwimmen, geschweige denn tauchen möchte. Ist auch nicht weiter wild. Unterwegs, beim Ankern und an der Mooring wird es nicht benötigt. Kurz abgeschnitten und gut, alles weitere wird auf Deltaville verschoben, dort sieht das Wasser wieder gut aus.

Gestern nun sehe ich beim AIS-Stalking, dass die Balou kurz vor dem Ziel mit 1 Knoten Geschwindigkeit auf dem Wasser herumdümpelt. Alles in Ordnung? Während ich noch mit gerunzelter Stirn auf dem Sofa sitze, bekomme ich dieses Foto:

Die Textnachricht lautet:“ Haben mal kurz aufgestoppt und hab nach dem Bugstrahlruder getaucht. Alles ok. Thomas hat das Ganze überwacht.“ 😳

Auf offener Strecke??? Geht’s noch??? Vor meinem geistigen Auge entstehen Bilder, wie plötzlich Wind aufkommt und Schiff und Mann getrennt davon treiben. Dahinter die That’s Life, die je nach Wahl den Mann aus dem Wasser fischt oder hinter dem Schiff her segelt…..😱

Aber es ist ja alles gut gegangen und vielleicht stelle ich mich auch etwas an. Dann aber kommt Bild Nummer 2.

Und jetzt bin ich mir sicher, dass da was nicht stimmt……….

Zwei Leben

Ich bin zu Hause.

Meine Reise ist kurz und unspannend, bis auf die Tatsache, dass ich Island von oben sehen kann. Da ich mit Island Air fliege, muss ich in Rekjavik den Flieger wechseln. Ein spektakulärer Anblick. Es sieht sehr karg, rauh und irgendwie wild aus. Keine Bäume, aber Vulkane und Gletscher sind zu sehen. Lavalandschaft wechselt sich mit flächigem Grün ab. Orte sind nur wenige zu sehen. Der Schock kommt beim Aussteigen. Wir haben 11 Grad und ein eisiger Wind fegt über das Flugfeld 😳(Wir schreiben den 25.07.!) Zu wenig für meine leichte Bekleidung. Dennoch bin ich etwas angefixt, Da muss man nochmal hin, wenn dicke Jacken und Wollsocken vorhanden sind. Island Air bietet einen Stop-over bis zu 7 Tagen ohne Preisaufschlag an. Das ist was für den Rückflug……

Während ich jetzt hier mit der Müdigkeit durch den Jetlag kämpfe, bringt Reiner das Schiff in die Chesapeakebay zurück und kämpft mit der Müdigkeit des Einhandseglers. Gleich nach unserer Abreise bietet sich der passende Wind an und die Fahrt geht los. Mir ist etwas mulmig, ich weiß, wie schwierig es ist, nachts wach zu bleiben. Da er an der Küste entlang fährt, gucke ich fortlaufend bei Marinatraffic nach dem AIS, alle 1-2 Stunden frage ich über What’s App, ob er noch fit ist. Vielleicht nervig, aber so kann ich ihn wenigstens wach halten. Auf offener See kann man zwischendurch mit dem Wecker durchaus mal 20 min. schlafen. An der Küste, wo Fischer unterwegs sind, geht das nicht.

Aber es geht alles gut. Ich bekomme immer schnell eine Antwort. Er ist wach und erreicht nach gut 24 Std. den Ankerplatz bei Lewis. Nach einer guten Mütze Schlaf geht die Fahrt heute auch gleich weiter bis durch den C&D Kanal. Das ist ohne Nachtfahrt machbar. Die anstrengendste Strecke liegt hinter ihm.

 

 

 

Wir haben fertig

Die Zeit in NY geht zu Ende. Wir haben uns viel Zeit gelassen und viel gesehen. Von unten, von oben, von rechts und von links. Die Füße sind durch.

Es war eine großartige Zeit, New York gehört wohl zu den imponierendsten Städten, die wir/ich gesehen haben. Alle bisher gehörten Adjektive treffen auf die Stadt zu. Der Satz“ New York, the City never sleeps“ stimmt zu 100%. Niemals könnte ich in einer solchen Stadt leben, niemals gibt es eine Pause und niemals kehrt Ruhe ein.

Vielleicht ist es irgendwem aufgefallen, ich habe nicht über das Wetter gejammert. Das Klima hier ist ok. Es ist zwar tagsüber ordentlich warm bis 30 Grad, kühlt aber, abgesehen von den letzten beiden Tagen, nachts gut runter. Bei Temperaturen um Anfang 20 Grad kann man wunderbar schlafen. Die Luft ist trocken und in der Stadt weht der Wind durch die Häuserschluchten, eine Seite der Straße liegt immer im Schatten.

Einen letzten Ausflug wird es noch geben. Wir wollen einen Tag im Central Park verbringen, von oben sah er (wie alles) riesig aus. Vielleicht gibt es dort Ruheoasen, wir werden sehen.

Am Montag fliege ich mit meinen Kindern nach Hause. Reiner wird das Schiff zusammen mit Thomas und seiner „That’s Life“ nach Deltaville bringen. Einhand. Die Strecke ist nicht schwierig. der Weg führt die Küste entlang. Bei ablandigem Wind entsteht keine Welle und auf Wind muss man hier eher hoffen, als dass man sich vor zuviel fürchten muss.

Anstrengend wird es dennoch werden, denn der lange Schlaf, den wir uns sonst abwechselnd gönnen, entfällt Der erste mögliche Stopp ist Altantic City, die Strecke bis dorthin 80 sm.

In Deltaville kommt das Schiff aus dem Wasser. Es gibt viel zu tun, zwei Jahre Dauereinsatz haben ihre Spuren hinterlassen. Und letztendlich müssen auch noch die „Baustellen“ am Rigg beseitigt werden. Aber dazu ist jede Menge Zeit. Vor November können wir nicht wieder in den Süden fahren, bis dahin dauert die Hurricansaison. Aber wollen wir da überhaupt hin?

Es gibt so einen leisen Ruf, der mit Ka…… anfängt. Wir werden sehen.

Eindrücke

NY macht einen platt. Wir brauchen Abwechslung.

Eigentlich wollten wir in der 79th am Ende des Broadway’s an eine Mooring gehen, um einen kurzen Weg in die Stadt zu haben. Da dort Unterwasserarbeiten stattfinden, geht das nicht. Im
Nachhinein vielleicht gut so. Ein paar Tage kann man das sicher aushalten. Ob wir dort länger bleiben würden…., ich glaube nicht.

Die XXL-Stadt fasziniert. In fast jeder Ecke findet man Dinge zum Staunen. ( Vor allem, wenn man vom Land kommt…😉). Kommt man abends aus der City, spült man noch den Staub ab und fällt ins Bett. Und deshalb brauchen wir Pausen. Sonst wird der Aufenthalt zum Dauerstress.

Unsere Bucht eignet sich gut für Pausen. Durch die geschützte Lage ist das Wasser platt. Das Kanu kommt zum Einsatz. Auch der kleine Strand gegenüber vom Schiff lässt sich nutzen. Es ist kein Traumstrand, aber immerhin ein Strand, an dem sich ein Grill aufbauen lässt. Mit Blick auf den Sonnenuntergang schmeckt das kühle Bier, die Batterie kann aufgeladen werden.

Kurz nach unserer Ankunft hatte ich mir die Frage gestellt, wie man in einer solchen Stadt leben kann. Bis heute weiß ich es nicht, aber irgendwie muss es gehen. Allein in Manhattan wohnen ca. 1,6 Mio Menschen. Dazu kommen täglich Tausende von Touristen. Vielleicht lernt man mit der Zeit, das Getümmel und die Geräuschkulisse auszuschalten. Vielleicht wird man aber auch mit der Zeit verrückt oder stumpft vollkommen ab.

Wir machen jetzt nur noch kleine Touren. New York in fünf Tagen? Eine Horrorvorstellung, die nur mit anschließender Rehamaßnahme denkbar ist.