Willkommen auf der Homepage der Segelyacht Balou

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Dies ist die Homepage der Segelyacht Balou. Wir befinden uns seit Anfang Juli 2015 auf Großer Fahrt, um von unserem Heimathafen aus in die Welt und über die Ozeane zu segeln, vielleicht sogar einmal herum. Das passende Schiff haben wir vor einigen Jahren  gekauft und Stück für Stück vorbereitet. Wir möchten mit dieser Seite unsere Familie und Freunde mit auf die Reise nehmen und sie an unseren Abenteuern teilhaben lassen. Außerdem möchten wir von unseren – wohlgemerkt sehr persönlichen – Erfahrungen all denen berichten, die ebenfalls eine solche Reise planen und vorbereiten. Wir haben in den letzten Jahren sehr profitiert von unseren Vorgängern und möchten dies auch an unsere Nachfolger weitergeben.

Ein Törtchen zum Frühstück

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Es ist der zweite Advent, die Sonne scheint und ich bekomme ein Obsttörtchen zum Frühstück serviert. Ich liebe Obsttörtchen……….

Das sind die eindeutigen Vorteile vom karibischen Frankreich. Ach ja, und ich kann mein Handy normal benutzen. Kurz nachdem wir hier angekommen sind, habe ich eine SMS bekommen mit den Worten:

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😳😳😳 Französisch Guayana? Sehr misstrauisch habe ich einen ersten Telefonanruf getätigt und die Familie damit in Angst und Schrecken versetzt. Wenn Sie direkt anruft, muss was passiert sein……
Es funktioniert tatsächlich. Martinique ist nun mal Europa.

Ansonsten mutiert das hier zum Arbeitsaufenthalt. Ich habe zum ersten Mal selber Fleisch eingekocht. Beschrieben habe ich es ja bereits kurz im Foodblog aufgrund der Erfahrungen der Atanga, die es wiederum von der La Joya gelernt hat. Die Gelegenheit beim Schopfe packend, bin ich jetzt selber zur Tat geschritten. Unter “ Fleisch einkochen für Dummies“ habe ich die Angelegenheit im Rezeptteil ausführlich beschrieben. Sehr einfach……

Nächste Woche folgt dann die Aktion“ Unser Dinghi soll leben“. Es wird ein Dinghicover genäht. Den Stoff haben wir bereits bestellt, Folie für Schnittmuster ist da, es geht los. Seit Monaten schiebe ich die Großaktion vor mir her, aber unser Dinghi hat es verdient. Es ist eines der billigsten, die hier rumfahren und hält ganz tapfer alle Nähte und Verklebungen zusammen. Totgeglaubte leben ja bekanntlich länger, also bekommt es jetzt eine Jacke, die vor UV – Strahlung schützt.

Verschiebung der Perspektiven

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Vorweg: Alles wieder im Lot. Das Wetter hat sich beruhigt, der Regen ist vorbei ( 3x Holz), der Wind kommt wieder aus der normalen Richtung und wir liegen wieder am Anker. Diesmal mit viel Platz drum herum.

Zeit zum Einkaufen. Zuerst gehen wir, weil’s bequem um die Ecke ist, zu Simply. Der Supermarkt, der am nächsten an der Marina liegt, allerdings auch nicht besonders günstig ist. Egal, wir wollen nur kurz was Frisches zum Abendessen holen. Als ich vor Monaten zum ersten Mal in diesem Laden war, war ich mäßig begeistert vom Angebot und den Preisen. Vorgestern bekomme ich staunende Augen, was es alles gibt. (Dabei hat sich nichts geändert). Echte Salami, echten Käse, echten grünen Salat. Joghurt in hundert verschiedenen Sorten. Mit einer Tüte grünen Bohnen und etwas gewürfeltem Speck verlassen wir den Laden ganz ganz schnell wieder.

Heute dann Leader Price, der Lidl von Martinique. Und auch hier waren wir im Februar nur mäßig angetan. Heute sehe ich eigentlich nur Delikatessen um mich herum und bin kurz davor die Nerven zu verlieren und alles einzukaufen, was mir unter die Finger kommt. Es gibt Schimmelkäse, Comte, echte Mandarinen, Entenrilette und Heidelbeermarmelade. Reiner verliert die Nerven bei den Keksen. Zufällig 😉 gerade im Angebot, wandern 5 Pakete Cookies in den Einkaufswagen und 3l Vin de Carton rouge. Ich will das alles gar nicht einzeln aufzählen. Und ganz zufällig stehen Gaby und Michael von der La Joya an der Kasse neben uns, neben der wiederum ganz zufällig Eis im Regal liegt. Eine 4er-Packung Magnum Mandel für 3,50€. Sachen gibt’s………

Fakt ist, dass sich offensichtlich unsere Perspektive vollkommen verschoben hat. Da kann man doch mal sehen, welchen Luxus man vorher so gewohnt war und gar nicht zu schätzen wusste.

Fakt ist aber leider auch, dass wir die verlorenen Speckrollen hier wahrscheinlich ganz schnell wieder zurück bekommen werden. Wir leben, wie die Made in Frankreich……

Da hilft nur noch Grog

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Falls es irgendjemanden gibt, der glaubt, dass bei uns nichts los ist, oder gar Langeweile herrscht, der täuscht sich. Man könnte auch sagen, dass wir auf die vergangenen 24 Stunden hätten verzichten können……

Gestern Vormittag verlassen wir endgültig die südliche Karibik und brechen auf nach Martinique. Der Wind kommt wie vorhergesagt aus südlicher Richtung und pustet uns mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit ( zwischendurch auch mal 8) nach Norden. Super. Die Sonne scheint und endlich ist Segeln mal wieder toll. Die Angel hängt ebenfalls draußen. Die Welle kommt schräg von achtern und gegen Abend, als wir in die Landabdeckung von St. Vincent kommen, nutzen wir die Gelegenheit zum Essen. Alles perfekt, das Rumsteak zart rosa.

Gegen 19.30 Uhr beginnt entferntes Wetterleuchten. Kennen wir schon, das gibt es hier andauernd. Kein Problem. Das Wetterleuchten kommt näher und wird zum Gewitter. Auch noch nicht so wild, man wird wirklich gelassener. Dummerweise legt sich hiermit auch der Wind, bzw. fängt an aus unterschiedlichen Richtungen zu kommen. Das Ganze in schwach. Das hat zur Folge, dass wir wie eine über 6 Banden gespielte Billardkugel von rechts nach links und vorn und hinten fliegen. An Schlaf ist nicht zu denken. Es beginnt zu nerven…..

Der Motor läuft, wir halten uns fest. Der Wind hat sich bei 3 Knoten umlaufend eingependelt. Irgendwann in der Nacht beginnt es dann auch zu regnen. Wir versuchen uns abwechselnd und mit wenig Erfolg hinzulegen und zu schlafen. Das ganze Theater zieht sich durch bis Martinique. Gewitter bis zum Morgen, kein Wind und chaotische Welle.

Gegen 8.30 Uhr kommen wir im Ankerfeld in Le Marin an. Es ist stoppenvoll, die Schiffe liegen kreuz und quer durcheinander. ( Willkommen in der Zivilisation…). Irgendwie versuchen wir im strömenden Regen eine Lücke zu ergattern, die zwar nicht optimal ist, aber fürs erste reichen soll. Wenn sich das Wetter beruhigt hat, wollen wir umankern. Und fallen ins Bett……bis uns der Ankeralarm weckt. Wir liegen ganz ganz ganz schlecht zwischen der La Joya und einem Franzosen, der schon Angst um sein Schiff hat. Zurecht, so geht’s nicht. In Badehose und Regenjacke starten wir den Motor und beschließen bis zur Wetterberuhigung auf der anderen Seite an eine Mooringboje zu gehen. Dann wird in Ruhe neu geankert.

Als erstes fahre ich in einen Sandhaufen. 😳 Gott sei Dank nur Sand, aus dem wir ganz leicht rückwärts wieder rauskommen. Wenn das Steine gewesen wären……😱. Als zweites bricht vorne am Anker die Kettenführung von der Winsch, die verhindern soll, dass sich die Kette beim hochholen um die Winsch wickelt. Reiner flucht laut und sieht aus wie ein Schwein, da er die schlammige Kette mit der Hand hochholen muss. Wir sind nass bis auf die Knochen und es ist wirklich kalt.

Nach 30 Min. dauernder Suche finden wir eine Boje kurz vor der Marina. Fest. Alles ist nass und wir frieren. Da hilft nur noch Grog.

Übrigens, bei der La Joya ist letzte Nacht das Essen hinter und unter dem Herd gelandet und jetzt läuft da die Heizung. Und genau da fahren wir jetzt hin. Prost.

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PS: Wegen völliger Übermüdung, Unterkühlung und schon leicht beschwipst, entschuldige ich mich im Voraus für die Rechtschreibfehler in diesem Text.

Wozu Scheißwetter gut sein kann

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Wir stehen heute früh auf, gucken vor die Tür und schaffen es gerade noch im Trockenen zu frühstücken, da zieht schon die erste schwarze Wand auf. Der Ersten folgt die Zweite u.s.w.

Etwas genervt frage ich mich schon, ob das denn ewig so weiter geht. Wir sind doch in der Karibik und da ist der Himmel immer blau und die Sonne scheint!!! Was soll’s, fangen wir wenigstens Wasser auf. Seit Trinidad leben wir von Regenwasser, immerhin.

Ganz blöd bei dem vielen Regen ist die Tatsache, dass es unter Deck gleich ganz schnell stickig wird. Heute früh habe ich tatsächlich den Satz:“ Ich freue mich schon auf’s Frieren in Deutschland ausgesprochen.“ 😱
Wir langweilen uns so vor uns hin, paddeln mal zum Nachbarn La Joya und besprechen aufgrund neuester Wetterdaten die Abfahrt. Sonntag soll es werden. Nach der zweiten Tasse Kaffe erzählt mir Gaby, dass sie ganz einfach Ihren Frischkäse selber macht. Das will ich auch.

Während die Herren sich auf den Weg zum Ausklarieren machen, starte ich den Versuch.
Es ist der Hammer. Wieso kauft man für viel Geld Philadelphia, wenn man ihn fast umsonst selber machen kann?

Ich nehme ( für den Anfang eine Kleinstmenge) 0,5l H-Milch, erwärme sie etwas und gebe ca. 2 Eßlöffel weißen Essig langsam unter vorsichtigem Rühren dazu. In Sekunden flockt die Milch aus und die Molke setzt sich ab. Dann kommt die Masse auf ein Küchentuch über ein Sieb und die Molke wird abgegossen. Etwas zusammendrücken, fertig. Unfassbar. Die ganze Aktion hat 5 Minuten gedauert. Nach dem Abtropfen kann nach Belieben gewürzt werden. Für den Anfang nehme ich nur etwas Salz und habe meinen Philadelphia.

Fazit: Es geht nichts über nen guten Nachbarn und Scheißwetter kann auch nützlich sein.

Aufbruchstimmung

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Wir sind auf dem Absprung.

Nachdem gestern die Atanga in Richtung St. George unsere Bucht verlassen hat, werden auch wir unruhig. Zum Wochendende tut sich ein schönes Wetterfenster auf, welches uns kräftigen Südwind bringt, um die Reise nach Norden in Angriff zu nehmen.

Nicht, dass es uns hier wirklich schlecht geht… Wir liegen ruhig auf festem Ankergrund, haben Croissants zum Frühstück und den französischen Schlachter in der Whisper Cove Marina schätzen gelernt, der uns von dem ewigen Chicken erlöst. Bei einem Preis von ca. 15€/ Pfund feinstem Rindersteak kann man schon mal schwach werden. ( So zartes Rindfleisch haben wir seit Jahren nicht mehr gegessen, auch nicht in Deutschland!).
Auch die Einkauferei ist machbar. Getränke aller Art, inclusive „Sparkling Water“ kann man sich von Fast Manicou ans Schiff liefern lassen und zahlt dafür weniger, als in der großen Einkaufsmall.

Nein, alles gut. Trotzdem haben wir das Gefühl, wir sind hier fertig. Es muss was Neues kommen. (Selbst die Fotos sehen inzwischen immer gleich aus…) Deshalb werden wir auch viele Inseln auf dem Weg nach Norden auslassen, auf dem Programm stehen nach wie vor die BVI’s und hoffentlich die Dominikanische Republik. 😳

„Dom. Rep.???“ werden jetzt viele sagen. Verständlich. Hätte man uns das vor zwei Jahren gesagt, hätten wir uns an die Stirn getippt. Da muss man doch nicht hinfahren!!!!!! Durch Zufall haben wir aber erfahren, dass dort im Norden im Februar hunderte von Buckelwalen zur Paarung und zum Kalben in der Samanabucht auftauchen. Sie legen Tausende von Kilometern aus dem kalten Polarmeer zurück, um sich dort im warmen Wasser zu vermehren. Es soll ein spektakuläres Ereignis sein. Na, und wenn wir schon mal in der Nähe sind, wollen wir das auch sehen.

Zumindest ist so der Plan. Unumstößlich ist das Ziel Mexiko. Nach Reiners dienstlichem Aufenthalt dort vor zwei Jahren, sind wir zu echten Mexikofans geworden. Wenn ich nur an das Obst denke, das ich hier vergeblich gesucht habe, könnte ich direkt durchstarten…..