Willkommen auf der Homepage der Segelyacht Balou

Dies ist die Homepage der Segelyacht Balou. Wir befinden uns seit Anfang Juli 2015 auf Großer Fahrt, um von unserem Heimathafen aus in die Welt und über die Ozeane zu segeln, vielleicht sogar einmal herum. Das passende Schiff haben wir vor einigen Jahren  gekauft und Stück für Stück vorbereitet. Wir möchten mit dieser Seite unsere Familie und Freunde mit auf die Reise nehmen und sie an unseren Abenteuern teilhaben lassen. Außerdem möchten wir von unseren – wohlgemerkt sehr persönlichen – Erfahrungen all denen berichten, die ebenfalls eine solche Reise planen und vorbereiten. Wir haben in den letzten Jahren sehr profitiert von unseren Vorgängern und möchten dies auch an unsere Nachfolger weitergeben.

Nach Mexiko Tag 2

Die Schwachwindphase ist überstanden.
Nachdem der Wind dann letzte Nacht tatsächlich eingeschlafen ist und der Motor für einige Stunden lief, haben wir jetzt zwischen 10-15 Knoten Wind, leider platt von hinten. Schmetterlingsegeln, die Genua ist ausgebaumt. Immerhin laufen wir die meiste Zeit um die 6 Knoten Geschwinddigkeit.

Heute früh kommt die Angel raus, bisher war der Kühlschrank noch zu voll. So ein Fisch braucht Platz, es geht hier ja schließlich nicht um Heringe… Keine 5 Minuten nachdem der Köder im Wasser ist, rauscht die Leine aus. Was für ein Spektakel! Ich setze mich gerade bequem hin und starre aufs Wasser, da sehe ich, wie ein ziemlich großer Fisch auf den Köder zustürzt. Leider haben wir gerade 7 Knoten Geschwindigkeit auf der Logge, keine Chance bei dem Tempo den Fisch einzuholen. Ich brülle nach Reiner, der sie Segel verkleinern soll, da springt der Fisch ( ein wunderschöner Mahi Mahi, aber auch riesengroß) senkrecht aus dem Wasser, schlägt mit der Schwamzflosse, dreht sich einmal im Kreis….. und haut ab. Mist. Wenigstens hat er den Köder drangelassen. Aber mein Jagdinstinkt ist geweckt. Ich will Fisch.

DTG: 884 sm
Etmal: 138 sm

Nach Mexiko Tag 1

Wir sind unterwegs.

Wie geplant legen wir gegen Mittag ab. Die Windaussichten sind mäßig, wir werden zwei Tage mit schwachem Wind zu rechnen haben. Reiner befürchtet schon, dass zwischendurch der Motor laufen muss. Bis Sonntagabend wollen wir das südliche Kap der Dom.Rep. passiert haben, dann nämlich kommt da irgendwann sehr viel Wind. Derzeitige Angaben liegen bei 30 und mehr Knoten von hinten. Kann man machen, können wir auch, aber muss ja nicht sein.
Wider Erwarten schläft der Wind aber nicht ein, sondern weht leicht vor sich hin. Gerade so, dass wir um die 5 kn Geschwindigkeit haben. Nicht berauschend, aber reicht.
Die Nacht ist ruhig, während meiner Wache haben wir keine einzige Schiffsbegegnung. Es ist zwar stockdunkel ohne Mond, aber dafür leuchtet ein gigantischer Sternenhimmel, der soviel Licht strahlt, dass einige besonders helle Sterne auf dem Wasser eine Spur zeichnen.
Heute Vormittag beschließen wir, den blauen Unhold aus der Tüte zu holen. 10 Knoten Wind aus 120 Grad, besser gehts nicht. Diesmal will er besonders eifrig sein und ändert seine Taktik. Statt sich beim Ausrollen zu verknoten, rollt er sich, kaum hochgezogen, fehlerfrei von alleine aus. Das darf er auch nicht…..
Na nun ist er, wo er hingeört und macht seinen Job, indem er uns mit zwischen 5-6 Knoten Richtung Mexiko zieht. Schaun wir mal, wie er wieder runterkommt. Spätestens heute Abend muss er ins Bett. Nachts ist Gennakerverbot

Morgen…

 

Morgen (also bei Euch heute) geht’s los.

Morgen werden wir zu Beginn wahrscheinlich guten Wind haben, am Samstag irgendwann eine Schwachwindphase aushalten müssen, am Sonntag sieht es wieder gut aus. So der Wetterbericht.

Sollte sich irgendetwas ändern, haben wir diesmal die Möglichkeit, kurzfristig rechts oder links ran zu fahren. Wir werden südlich die Dom.Rep. und Haiti passieren, dann Jamaica und anschließend die Cayman Islands. Dann sind wir auch schon fast da. Sollte nicht plötzlich eine Mauer auftauchen, werden wir 8-9 Tage benötigen. Während dieser Zeit wird unsere Homebase, die Flying Fish Crew, über uns wachen und tägliche Positionsmeldungen erhalten. Und uns im Zweifelsfall vor anrückendem Mistwetter warnen. Gutes Gefühl. 

Heute früh wird dann allerdings erst einmal der Gennaker enttüdelt. Du lieber Himmel…….was wir können….😱 Christo ist ein Scheiß dagegen. Nun liegt er wieder ordentlich in seinem Sack und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Wahrscheinlich am Samstag. Sollte es wieder ein unauflösbares Sixpack geben, werde ich ihn wahrscheinlich heimlich während meiner Wache versenken.

Anschließend fahren wir nach Mayaguez zum Ausklarieren ( United States Custom, klingt großartig, was?), wir brauchen das richtige Papier mit dem richtigen Stempel für die Einreise nach Mexiko. Das dauert ungefähr 30 Sek. Die Einklariererei in Mexiko wird dann aufwändiger, hier werden wir einen Agenten haben, der uns die Rennerei mit den Papieren von A nach B abnimmt.

Wir tätigen noch einen letzten Einkauf und fertig.

Ich werde versuchen wie immer von unterwegs via Kurzwelle zu schreiben. Sonst hat man ja nicht so viel zu tun. Essen, schlafen, lesen, aufpassen, essen, schlafen, lesen, aufpassen, essen schlafen, lesen aufpassen……….

PS: Wir haben zur Zeit einige Probleme mit unserer Homepage, durch Umstellungen auf dem Server sind so manche Dinge durcheinander geraten. Im Moment wird das Anzeigen von Fotos blockiert. Wir hoffen, dass sich das Poblem schnellstmöglich beheben lässt. Foto von heute: Ein blauer entfalteter Gennaker mit weißem Stern 😡

Stand by

Wir warten und putzen.

Wir sind eindeutig raus aus der stabilen Passatzone. Während der meisten Zeit kommt der Wind zwar östlich, aber eben nicht mehr beständig. Gerne kommen auch mal Tiefdruckgebiete aus Norden, wo ja bekanntlich zur Zeit Winter herrscht, und bringen hier alles etwas durcheinander.so auch im Moment. Da dreht es sich über Florida linksrum und bringt uns hier von Wind von vorne, bis wenig Wind von hinten, alles mögliche. Aber nichts, was man gut brauchen könnte. Zumal die Wettergurus auch wieder mal nicht ganz einig sind, wie denn nun wirklich. Also, warten. Sehr blöd, wir wollen los.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, wird geputzt, als gäbs kein morgen. Fließendes Wasser, was wir ja selten zur Verfügung haben, hilft da ungemein. Die meisten Roststellen an den Edelstahlteilen ( und es gibt sooo viele 😱) sind beseitigt und anschließend gewachst, in der Hoffnung, dass die Pracht länger hält.

Der Rumpf will auch mal wieder vom seiner Salz-Kalkschicht befreit werden. Damit haben wir zu kämpfen, seit wir den Atlantik besegeln. Bis ca 20-30 cm oberhalb der Wasserlinie bilden sich sich im Laufe der Zeit Ablagerungen, die durch nichts einfach wegzuwischen sind. In Trinidad wurde ein säurehaltiges Zeug benutzt, welches die Schicht in Sekunden aufgelöst hat. Sofortiges Nachspülen mit klarem Wasser und alles hat geglänzt. Da wir kein Gelcoat außen haben, sondern einen lackierten Rumpf ( dunkelblau, damit man den Mist auch besser sieht…), ist polieren verboten. Absolut verboten.

Gestern komme ich dann auf die eigentlich naheliegensde Idee, ich schreibe an Wrede in Deutschland, wo unser Schiff lackiert worden ist und frage um Rat. Prompt kommt die Antwort. Alles richtig gemacht. Der Lack ist säurebeständig, ich soll erstmal Essig nehmen, einwirken lassen, abspülen und hinterher ein Pflegemittel benutzen. Und nie niemals polieren!

Nun habe ich nur noch das Problem, dass ich das vom Dinghi aus erledigen muss. Das zappelt aber zur Zeit so heftig neben dem Rumpf, dass ich fast rausfliege beim Putzen. Im Moment ist nämlich reichlich Wind hier. Der behindert uns auch nach wie vor, unseren sauber vertüdelten Gennaker zu sortieren, den wir aber, bei den Wetteraussichten, wahrscheinlich brauchen werden. Gerade eben würden wir, wenn wir ihn hochziehen würden, mindestens 3 Schiffe rechts, gegenüber und links mit einwickeln. 140qm wollen ja irgendwo hin.

Also, hilft nix, wir warten. Erst auf wenig Wind, dann auf mittleren Wind aus der richtigen Richtung. 😂 Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Pläne

Der aufmerksame Leser wird es schon erahnen, einige andere wissen es bereits. Unsere Pläne ändern sich mal wieder.

Unser Aufenthalt in Puerto Rico nähert sich seinem Ende. Es war bisher eines der schönsten Fleckchen Erde, das wir auf unserer Reise gesehen haben. Wenn nicht überhaupt das Schönste. Hier passt einfach alles. Wir haben wunderschöne Strände gesehen, Kokosnüsse gesammelt, Seekühe gesehen, hatten eine Großstadt zwischendurch, Ankerbuchten ohne Ende mit hervorragendem Ankergrund in denen kaum etwas los war. Wir konnten wieder günstig einkaufen (es gibt Obst!) und haben eine Gastfreundschaft der besonderen Art kennengelernt. Vielleicht kommen wir ja tatsächlich wieder auf dem Rückweg.

Rückweg?

Unser bisheriger Plan war, die Hurrikansaison diesmal in Guatemala zu verbringen, ein Land, auf das wir uns schon gefreut hatten. Leider hat die Sache einen Haken. Vor der Einfahrt in den Rio Dulce, in den wir fahren würden, befindet sich eine Sandbarre. Das ist uns schon länger bekannt. Die Tiefe ist möglicherweise ausreichend, möglicherweise aber auch nicht. Wir wollten uns das vor Ort angucken und dann entscheiden. Im Falle einer Entscheidung dagegen, war der Plan weiter nach Süden, nach Kolumbien zu fahren.

Dazwischen liegt Honduras. Leider ist vor der Küste von Honduras ein neuer Piratenspot entstanden. Alleine im Januar sind vier Yachten überfallen und ausgeraubt worden, einige konnten fliehen. Leider finden die Überfälle sehr weit draußen auf See statt, teilweise über 60 sm vor der Küste. Um dieses Gebiet sicher zu umfahren, müssten wir auf dem Weg nach Süden einen sehr großen Bogen zurück nach Nordosten fahren, kein Spaß gegen den Passat.

Somit haben wir uns entschieden nach Mexiko und einem kurzen Abstecher nach Belize ( liegt direkt nebeneinander) mit dem Florida- und dem Golfstrom nach Norden bis nach New York zu segeln. Visa und Cruisingpermit haben wir ja sowieso schon. Ab dem 10.5. geht es los.

Da wir deswegen noch einiges vor haben in dieser Saison, haben wir andere Orte gecancelt. So auch die Dominikanische Republik mit ihren Walen. Ein bißchen schade ist das schon, aber alles geht eben nicht. Wir wollen jetzt noch zwei Monate Zeit für Mexiko haben, auf die wir uns sehr freuen. Im Moment allerdings kommt von Westen komisches Wetter, das müssen wir erst beobachten.

Der Weg ist das Ziel und die Richtung stimmt.